Zu mir

Lieber Surfer,

du bist auf den Seiten eines Zeitgenossen gelandet, der sich seit seiner Jugend angewöhnt hat den Mund aufzumachen und unsere demokratischen Möglichkeiten zu nutzen. Da ich eine tiefsitzende Abneigung gegen jede Art von Dogmatismus, Korpsgeist und Vereinsmeierei habe, kam ein Engagement in politischen Parteien nie in Frage. Welche Möglichkeiten bleiben einem dann? Darum hielt ich es mit den Stones - "Well, what can a poor boy do, except to sing for a rock n' roll band?"

Da mich selber Künstler und Literaten zum Denken gebracht haben, habe ich halt auch versucht es ihnen gleich zu tun und die Menschen, die ich - ohne mich verbiegen zu müssen - erreichen kann, mit Liedern und Texten zu erfreuen bzw. zwischen die Blöd- und Gemeinheiten, die heute die Ohren verschmutzen ein paar andere Töne zu mischen, individuellere und ehrlichere, was natürlich nicht automatisch richtiger heißen muß. Auch wenn ich niemals absichtlich lügen würde, sage ich trotzdem: Glaubt mir erst einmal nicht und prüft die Sachen selber von allen Seiten! 

Mein Name ist Helmut Josef Geiss, ich werde aber in meiner Heimat "Geiss-Haejm" genannt. 1951 in der Glasstadt Zwiesel, im Bayerischen Wald, geboren und aufgewachsen, habe ich dann fast zwanzig Jahre in Berlin und im Allgäu gelebt, einige Jahre als Glasbläser gearbeitet, dann eine Erzieher- und therapeutische Ausbildung absolviert und danach etwa 20 Jahre Jugendarbeit als Internatsleiter geleistet und weitere zehn Jahre als Wohnstättenleiter mehrere Heime für erwachsene Behinderte aufgebaut und geführt.

In den sechziger Jahren war ich Bassist in einer Bluesrockband und in dieser Zeit habe ich auch begonnen deutsche und bayerische Lieder zu schreiben. In Berliner Kleinkunstbühnen habe ich ab 1969 quasi meine "Lehrzeit" absolviert und ab 1979 im Selbstverlag Schallplatten und Bücher veröffentlicht und bin als Liedermacher in ganz Süddeutschland aufgetreten, mehrmals war ich zum Nürnberger Bardentreffen eingeladen.

In den Achtzigern war ich oft "das Kulturprogramm" bei Veranstaltungen der Friedensbewegung und habe mich in Wackersdorf mit meinen Gstanzln an den schwarzen Heimatzerstörern gerieben. Auch Joschka Fischer, Otto Schily und andere grüne Größen habe ich beim Politischen Aschermittwoch in Vilshofen und bei Kongressen mit meinen Liedern umrahmt, weil ich ihre damalige Politik unterstützen wollte. Dass sie einmal Aussen- und Innenminister werden, war damals nicht zu erwarten und dass ausgerechnet sie einmal Angriffskriege, Sozialabbau und andere üble Sachen unterstützen würden, das lag außerhalb meiner Vorstellungskraft, wenig hat mich in meinem Leben mehr enttäuscht.

Auch wenn heute dicke Ordner mit Presseberichten von meinen Auftritten, Veröffentlichungen und Leserbriefen zeugen und ich in den achtziger Jahren etliche Male im Rundfunk portraitiert wurde, hat mich das dennoch nicht sonderlich bekannt gemacht. Vermutlich bin ich der "dienstälteste" bayerische Liedermacher und auch der am wenigsten bekannte. Darüber kann ich mich aber nicht ernsthaft beklagen, da auch ich mir meine Lieder nicht recht in den gegenwärtigen Sendungen vorstellen kann. Als mich 1985, nach einem Auftritt in Stuttgart, einmal das Fernsehen einlud, habe ich es vorgezogen lieber in den "Woid" zu fahren um die Kartoffeln zu stecken... Zudem konnte die "Mingara-Kulturschickeria" mit mir nie viel anfangen, meine Texte waren ihnen vielleicht zu wenig comedyblöd und der niederbayerische Dialekt zu exotisch. Anderen war ich wohl zu politisch, wieder anderen zu unpolitisch oder sie verstanden meine Art von Humor nicht. Die ganz anderen sendeten nur amerikanisches Singsang, den keiner versteht , und Preussen und Artverwandte senden Bayern scheinbar nur, wenn sie ihnen den "Hanswursten" machen. Zu allem Übel bin ich zudem auch überhaupt nicht "volksdümmlich"...

So hielten mich also weder Ruhm noch kommerzielle Zwänge vom Schreiben und Komponieren ab und so kam es vermutlich dazu, das sich mein so "menschenreiches Leben" in über 600 Liedern niederschlug, von denen kein einziges in fremden Auftrag entstand und in denen sich auch keinerlei Anpassung an Markttendenzen oder den Zeitgeist findet. 

Da ich mir die unerfreulichen Begleitumstände von Tourneen nicht mehr antun mag, auch aus gesundheitlichen Gründen, habe ich diese Webseite angelegt, in der ich meine Arbeiten weiter meinen Zeitgenossen anbiete,denn Lieder gehören in die Ohren und nicht in die Schublade! Der Download der angebotenen Werke ist gratis. Nur wer die Lieder auf einem Tonträger will, muss zu den Herstellungskosten beitragen. Jeder Euro davon fließt in den Unterhalt dieser Website. 

Auf meinen Webseiten finden sich auch über 500 Grafiken und Malerein und viele Texte zu beinah allen Lebensbereichen. 

Da ich Spezialistentum für den Anfang aller Übel halte, bin ich zum Ausprobierer und leidenschaftlichen Improvisierer geworden, der das Ganze zu sehen bemüht ist, ohne die Details zu vergessen. Ich habe Haus und Haustand weitgehend selbst gebaut und die Nahrung für die Familie erzeugt und so wird es niemanden verwundern, dass meine Hände vor lauter Landschaftspflege, Gartenbau, und Tierzucht mehr um einen Schaufelstiel als um einen Gitarrenhals passen. Zwei Jahrzehnte Tierhaltung, vor allem Bienen, Ziegen und Pferde, und meine Leidenschaft vergleichende Verhaltensforschung zu betreiben, haben mir viele Illusionen zerstört und mich auf den Boden der Tatsachen gebracht, ich weiß darum heute, wo wir herkommen und wie tief manche unserer Untugenden wurzeln. 

Nebenbei- ich mag keinen Putz, kein hochgestochenens Geschwätz und mag und kann kein Theater mehr spielen und - ich war noch niemals käuflich - was mir das Leben nicht immer leicht gemacht hat und was manche für eine großen Fehler halten. Wenn ich was sage, dann meine ich es auch so und der Teufel (an den ich nicht glaube) soll mich holen, wenn es einmal anders werden sollte.

Ich bin übrigens seit über 40 Jahren mit derselben Frau zusammen, wir haben erwachsene Kinder und auch schon fünf Enkelkinder, was unser Leben sehr reich macht. Ich erwähne dies, weil ich es für bedeutsam halte, ob einer nur für sich selber auf der Welt ist oder sich angewöhnt hat auch für andere zu sorgen und sich alleine deswegen um die Zukunft dieser buckligen Welt zu kümmern hat.



Geiss Haejm


Mein Manifest von 1983, bei Konzerten hundertfach verteilt:


Fotos

1968: Selbstportrait

1969 erster Auftritt vor großem Publikum bei Musikfestival in Zwiesel

1983 beim Bardentreffen in Nürnberg

1984 beim Bardentreffen in Nürnberg

1992 Verabschiedung nach 15 jähriger Internatsleitung in Wörishofen

1992 Inselfest Regen, Rockhausmuse mit Wölfl

1992 Sisyphus

1996 Ziegenhirte

1997 mit Heimkater

1997 Lebenshilfejubiläum mit Wohnheimchor

1998

1999 Fuzo-Gstanzl beim Angerfest

1999 Wanderreiter

2000 Konzert im Mooshof, Präsentation des musikalischen Gesamtwerkes auf 20 CDs      Bild 1      Bild 2

2001 mit Gina

2004

2006 mit Enkelkindern

2009 mit Hochlandkuh

2011 Donausegler

2012 Donaugstanzl in Niederaltteich