Anmerkungen zu den Zehn Geboten

 

werden auch immer wieder von religionsfernen Menschen gelobt, so quasi als der verbliebene gemeinsame Nenner, vielleicht auch um den Religiösen die eigene Seriosität zu versichern. Doch wer diese Gebote des Moses ernsthaft durchsieht, wird als erstes die Zahl zehn in Frage stellen, denn als Regelwerk für menschliches Zusammenleben, bleiben nur etwa fünf Gebote übrig. Unter 7 heiß es, man solle nicht stehlen und in 9 nicht Begehren des Nächsten Hab und Gut. Das ist doch wohl im Grunde dasselbe, denn immer geht es um fremde Dinge, die man sich nicht aneignen soll. Ein Gebot dafür sollte aber genügen und das Verbot sollte nicht nur für den Nächsten zutreffen, sondern auch für den Übernächsten und den Fremden, der unter 9 heute ausgeschlossen ist, was sowohl Geschichte wie tägliche Praxis zeigen. Der Fremde wird ohne Gewissensbisse übervorteilt und beraubt.

 

Weiter. In 6 heißt es, man solle nicht ehebrechen und in 10, nicht des Nächsten Weib begehren, was wohl eindeutig doppelt gemoppelt ist. Natürlich muß das Begehren auch die Frauen umfassen, die keine fremden Männer begehren sollen und kein Wort will ich hier zum Gebotskern sagen, ob sich das Begehren des anderen Geschlechts immer auf eine Person beschränken lässt und sich von der Natur verankerte Sehnsüchte überhaupt so einfach verbieten lassen. Das Ehebrechen selber vielleicht schon, da können auch ethische Überlegungen mithelfen, aber die Phantasie oder die Träume lassen sich damit nicht abstellen.

 

Die ersten zwei Gebote sollten ersatzlos gestrichen werden, denn sie dienen alleine der Absicherung der Priester, etwa 1: Man solle Gott lieben. Diese Unmöglichkeit fiel mir als junger Mensch als erstes auf, denn wie kann ich etwas lieben, das ich nicht kenne? Das kann sich einer noch so oft vorsagen, es ist einfach nicht möglich. Es sei denn, man liebt irgend ein Bild von Gott, das man sich aber auch nicht machen soll. Wenn ich mich an die katholischen Heiligenbildchen erinnere, mit dem hübschen herzensgut-einfältigen Jesussen, dann ist wohl auch klar, wenn fromme Frauen und Nonnen so ersatzweise anhimmeln. Und auch die Juden fanden es leichter um ein goldenes Kalb zu tanzen, weil ein Mensch eben ein Wesen mit Augen ist.

Dann das zweite Gebot, dass man keine anderen Götter verehren solle, natürlich nicht, denn dann hätten auch andere Priester ihr Auskommen, doch Konkurrenz, auch wenn sie das Geschäft belebt, ist der Feind, und der gehört verteufelt und am besten beseitigt...

 

So bleibt also von den zehn Geboten übrig:

 

-         du sollst deine Eltern ehren

-         du sollst nicht lügen

-         du sollst nicht stehlen

-         du sollst nicht töten

-         du sollst deinem Partner treu bleiben, weil er dich braucht und vor allem, weil euch euere Kinder und Enkelkinder beide brauchen