Sterben kostet

Der Tod ist heute eine große Abzocke. Trauer und Pietätsgründe lassen die Menschen darüber schweigen.

Es beginnt schon beim Rettungseinsatz.  Auch in günstigen Fällen vergehen  selten unter zehn Minuten, bevor Notarzt und Sanka eintreffen. Trotzdem werden häufig Wiederbelebungsversuche gemacht und abgerechnet, auch wenn der Patient schon zehn Minuten tot ist und „erfolgreiche“ Reanimationen irreversible Gehirnschäden bedeuteten. In einem mir bekannten Fall rechnete der Notarzt für seinen kurzen Einsatz 300 € ab. Der Rote Kreuz-Sanka fuhr den Toten dann noch ins Krankenhaus, Entfernung keine zwei Kilometer. Kosten: 530 €! Auch das Krankenhaus schickte noch eine Rechnung für Kühlhausgebühren.

Wer eingeäschert werden will, benötigt in Deutschland einen Sarg, auch wenn diesen niemand zu Gesicht bekommt, er wird ausschließlich zur Überführung ins Krematorium benötigt und zum Verbrennen, denn es gibt ein Gesetz, dass man nur im Sarg verbrannt werden darf, warum? Um den Herstellern ihre Pfründe zu sichern? Um die Luft unnötig zu belasten? Man fasst sich an den Kopf. Warum gibt es keine Transportsärge? Warum werden Menschen nicht mit einem Leichentuch bedeckt eingeäschert?

Für die Asche ist eine Urne vorgeschrieben, denn die Asche darf nicht vertreut werden, sondern muß in einem Friedhof vergraben oder in einer Urnenwand verwahrt werden. Dafür kassieren die Urnenhersteller und die Friedhofsbetreiber kräftig ab. Insgesamt fielen für den Todesfall fast 5000 € an Kosten an.