23.02.05 Nährboden für Untoleranz

Der Papst geht noch immer davon aus, dass die Menschen ohne Christentum Raubtiere wären, grad so als wenn die letzten eineinhalb Jahrtausende christlich bestimmter Herrschaft im Abendland nicht das Gegenteil bewiesen hätten. Ich sehe keine Beispiele, dass Religionen Menschen besser gemacht haben, vielmehr waren und sind sie der Nährboden für Untoleranz und Fanatismus aller Art. Und wie oft treten sie in engster Verflechtung mit Nationalismus auf, unmöglich zu sagen, wer da wen für sich einspannt.

Oder glaubt jemand ernsthaft, dass es im Nahen Osten, auf dem Balkan oder im Kaukasus je Frieden geben kann, solange die Religionen dort die gegenwärtige Bedeutung haben? Die Religionen fordern immer Toleranz für sich, was ihnen selber aber völlig fremd ist. Sie wollen nur missionieren und mit der Zahl ihrer Mitglieder ihren Einfluß erhöhen. Dass sich die Menschheit in hundert Jahren versechsfacht hat und sich anschickt diesen Planeten kahlzufressen und Milliarden dennoch in größtem Elend leben, hält den Papst nicht ab noch immer Geburtenkontrolle zu verteufeln. Gut möglich, dass die Geschichte dies einmal in der Rangordnung der Menschheitsverbrechen weit oben einordnen wird.