29.3.07 Debatte über Patienverfügungen

Heute wurde im Bundestag über Patientenverfügungen beraten. Von Unionsseite wurde versucht, den Menschen das Selbstbestimmungsrecht zu nehmen. Patientenverfügungen, so die Argumentation, sagten wenig darüber aus, was ein Mensch in einer hilflosen Lage wirklich wolle, denn mancher Patient mache nach der „Rettung“ durch die Apparatemedizin keineswegs einen leidenden oder unglücklichen Eindruck, was bedeutet, dass er froh ist, entgegen seiner in gesunden Tagen abgefassten Verfügung am Leben gehalten worden zu sein... In meinen Ohren klingt das sehr zynisch und der leidende Mensch wird damit entmündigt, ja verspottet. Da wir es gerade bei der „Gesundheitsreform“ erlebt haben, wissen wir, dass die Union nicht die Interessen der Allgemeinheit vertritt, sondern mit Zähnen und Klauen die wirtschaftlichen Interessen ihrer Lobbyisten: der Ärzte, Kliniken, der Apotheker, der pharmazeutischen Industrie und der privaten Versicherungen. Auch wenn sie nun vorgibt, sich aus ethischen Gründen für die Totkranken einzusetzen, setzt sie sich faktisch wieder für die Verdienstmöglichkeiten ihrer Klientel ein, denn die Menschen müssen weiterleiden, weil sie ein riesiger Wirtschaftsfaktor sind und in ihren Leidenszeit vielen Interessengruppen große Gewinne sichern. (Der Hauptumsatz in der Medizin wird mit den Menschen in ihren letzten Lebensjahren gemacht, es geht hier um zig Milliarden Euro!) Leidende Menschen müssen also so lange es geht am Leben gehalten werden, damit alle medizinischen Berufe und Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Hersteller von Medizin- und Pflegetechnik, die Pharmazeuten und die religiösen Institutionen, deren Existenz in hohem Maße mit dem Elend der Menschen und ihrer Todesangst zusammenhängt, in der gewohnten Weise verdienen können. Selbstverständlich sagt das keiner, da ist es leichter den humanitären Nebelwerfer einzuschalten.