22.3.05 Krieg-Klischees (zum 2. Jahrestag des Irakkrieges)

Das Schlagwort „kein Blut für Öl“ sei durch die hohen Ölpreise widerlegt, behauptet Herr Friedrich in einem Kommentar in der PNP. Doch die Bush-Administration hat den Irak nicht überfallen, um den Verbrauchern billiges Benzin zu verschaffen, sondern weil Saddam die Ölindustrie verstaatlicht hatte und es der USA oberstes Prinzip zu sein scheint, derartige privaten Profit verhindernde Strukturen weltweit zu bekämpfen, damit es keine Nachahmer findet. Wenn ich die zeitlichen Abfolgen richtig sehe, haben die USA sich vor der Verstaatlichung durch Saddams Verbrechen nicht bedroht gefühlt, ja sie haben Saddam sogar einen Stellvertreterkrieg gegen den Iran führen lassen, auch das Giftgas, das eingesetzt wurde, kam vom Westen. Natürlich geht es im Irak nicht nur um Öl, sondern auch um geopolitische Interessen. Nachdem der amerikafreundliche Schah aus dem Iran vertrieben wurde und das Land an die Mullahs verloren ging, die Saudis ebenfalls unsichere Kantonisten sind und der willfährige Saddam, den man selber aufgebaut hatte, plötzlich selbstbewußt eigene Interessen verfolgte, mußte er beseitigt werden. Zudem wurde der Krieg von Israel mit angeschoben, dass sich gerne einen gefährlichen Nachbarn entwaffnen ließ.