9.12.97 Verrücktes Lehrstück

Geradezu ein Lehrstück für die Dekadenz unseres Wirtschaftens ist der Sturmlauf von Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften auf das beabsichtigte Glimmstengel-Werbeverbot. Wie? Wir brauchen den Schaden durch gemeingefährliche Produkte, daß es uns gutgeht? Wirklich interessant, die Hinweise, wer alles vom Schaden lebt, den der blaue Dunst anrichtet. Vielleicht sollte man die Liste noch durch das Medizinwesen und die Bestattungsindustrie ergänzen...

Anscheinend wirtschaften wir nicht um das Erforderliche und Förderliche zu schaffen, sondern alleine des Wirtschaftens wegen. Und so produziert die eine Hand den Schaden, den die andere zu beheben versucht. Und wer dabei das höchste Bruttosozialprodukt erzielt, gilt als der Reichste...

 

20.10.96 Alte Schulden

Der Abbau sozialer Leistungen auf breiter Front wird von der Politik mit notwendigen Einsparungen begründet. Es wird der Eindruck erweckt, als würden wir heute so sehr über unsere Verhältnisse leben. Ökologisch stimmt das auch, aber mein Thema ist nicht der Natur- sondern der Staatshaushalt. Wer genau hinsieht erkennt, das ein Viertel der Ausgaben Schuldendienst ist. Die dahinter steckenden gigantischen Schulden stammen überwiegend aus Zeiten, als man sich im "Wettbewerb" mit dem gesellschaftlichen Konkurrenzmodell im Osten befand und den Menschen dort beweisen wollte, daß man im kapitalistischen Westen den Sozialismus in jeder Hinsicht, ob im Straßenbau oder bei sozialen Leistungen, um Längen übertrifft.

Ein weiterer großer Batzen der Staatsschulden sind Folgekosten des Kalten Krieges, insbesondere der damit verbundenen wahnsinnigen Rüstungsausgaben.