Eine Schnellstraße hatte sich um den Ort gefressen.
Berge hatte man dafür abgetragen und andere in den Auen aufgeschüttet, nicht
nur alte Leute erkannten ihre Heimat nicht mehr.
Im Wirtshaus wurde Herr Pfifkas Zeuge einer
lautstarken Unterhaltung. Ein Jugendlicher wurde vom Stammtisch verwiesen,
weil er Parolen an die mächtigen Brückenpfeiler der neuen Straße gemalt hatte.
Wer so etwas mache sei ein Krimineller, ein Umweltverschmutzer noch dazu,
hörte Herr Pfifkas sagen.
Der Jugendliche sagte, er habe es doch nur aus Verzweiflung
gemacht, in heiligem Zorn gegen die Zerstörung der Heimat. Er sei ein
Nestbeschmutzer, wurde gebrüllt, mit so einem wolle man hier nichts zu tun
haben.
Herr Pfifkas hielt es nicht mehr auf seinem Platz.
"Wer ist ein Nestbeschmutzer?" fragte er, sich neben den Jugendlichen
stellend. "Wer das Nest verunreinigt und zerstört, oder wer auf das
Gestank und die Zerstörung hinweist?"
Der Stammtisch wandte sich nun ihm zu. Er solle
sich lieber nicht einmischen, wurde Herrn Pfifkas geraten, sonst könne man
meinen, er gehöre auch zu diesen Chaoten.
Herr Pfifkas erblasste, dann bezahlte er und
verließ mit dem Jugendlichen das Lokal. Draußen tröstete er diesen und meinte,
auch diese Betonköpfe würden irgendwann einmal begreifen, was zerstört worden
sei.
Das würde der zerstörten Heimat auch nicht mehr helfen,
sagte der Jugendliche leise und Herr Pfifkas sah, wie er sich verstohlens die
Augen wischte.