Der Buchenberg

Familie Pfifkas fuhr einmal zum Wandern ins Gebir­ge. Schon von weitem gefiel ihnen ein Berg beson­ders. Durch seinen herbstbunten Buchenwald wirkte er freundlicher als seine dunklen fichtenbestandenen Nachbarn. Sie parkten ihr Auto und wanderten in be­ster Stimmung los. Doch welche Überraschung, völlig unerwartet verhinderte eine tiefe Schlucht, in der ein Wildwasser rauschte, eine weitere Annäherung.

Da lag der Buchenberg nun fast mit Händen greifbar vor ihnen und war doch mit einem Male unerreichbar geworden. An ein Durchklettern der steilabfallenden Felswände war nicht zu denken.

Enttäuscht trotteten die Wanderer an der Schlucht ent­lang. Der Buchenberg wirkte nun noch anziehender, es war schon ein Jammer.

Erst nach einer Weile merkten sie, dass es auch am Rande der Schlucht schön war. Knorrige Wetterbu­chen säumten den Rand des Abgrundes. Dazwischen luden leuchtend rote Hagebutten und reichbehangene Haselnusssträucher zum Pflücken ein. Beim Ernten bewegte sie sich langsam bergauf, ohne es recht zu merken. Irgendwann stand vor ihnen ein Gipfelkreuz. Nun hatten sie doch noch einen Berg erstiegen, wenn auch einen unschein-bareren. Vor ihnen lag der Buchenberg in seiner ganzen Schönheit, ein schönerer Rastplatz war kaum vorstellbar. Sie setzten sich, be­gannen mit großem Appetit zu essen und ergänzten die mitgebrachten Speisen mit den geernteten Hasel­nüssen und erkannten, dass ein Berg nicht erstiegen zu werden braucht, um sich an ihm erfreuen zu kön­nen.