"Mein längstes Konzert"

ist vorbei, nach 643 Tagen und ebenso vielen Liedern... Falls wieder einmal neue Aufnahmen entstehen sollten, werde ich sie hier anbieten.

Auf Youtube sind aber über 20 Lieder dauerhaft anzuhören, klicke hier:  mehr Liederclips auf Youtube

... und mein multimediales Liederbuch mit kurzen Hörbeispielen und Texten der ersten 580 Lieder gibt es ja auch noch....

 

Halt, einzelne Lieder hatte ich übersprungen und die muss ich noch nachliefern..., etwa:

"Des Land is mei Land" (frei nach Woody Guthrie

 

Opus 629 "Ich fall aus allen Wolken"

 

 

Neben den Liedern gibt es hier auch wechselnde grafische Arbeiten vom Autor, Mehr davon: Galerie

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Portrait aus dem Jahr 2000, als ich 20 CDs auf einmal veröffentlichte. (was wirtschaftlich ein totaler Reinfall wurde, denn alle, nennen wir sie "etablierte Multiplikatoren", die mich dazu gedrängt und mit Presseberichten und Veranstaltungen gelockt hatten, machten plötzlich mit den schäbigsten Ausreden einen Rückzieher, ich bin sicher, sie wurden von der Politik zurückgepfiffen, denn so einem renitenten Barden, der sich zudem mit regelmäßigen Leserbriefen in die Politik einmischt, dem darf man nicht zuarbeiten).

Bericht im Straubinger Tagblatt bei der "Halbzeit des langen Konzertes"

Prologe zu meinen Liedern

Bericht dazu im Feuilleton der PNP

PNP Feuilleton 8.11.13

Portrait im Straubinger Tagblatt

Fragebogen des Straubinger Tagblatts

Fussnote nach 150 Liedern

Donaugstanzl für Horst Seehofer,Niederalteich 10.12.12

Waldwasserlieder

mein "Bayernlied" "Des Land is mei Land"

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Seite mit Kommentaren zu Themen aus der Region "Donau/ Wald

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Selbstverständnis der Aktion

Als kleinen Ersatz für Konzerte will ich hier ein tägliches "Ständchen" für interessierte Hörer anbieten. Doch möge bitte niemand den in der Musikbranche üblichen Video-Schnickschnack erwarten, denn ich biete nur einfache Clips, selber aufgenommen mit bescheidenem Equipment, starrer Kameraeinstellung und anfangs bar jeder Erfahrung in Film- und Schneidetechnik. Schwer war es auch, Film und Ton getrennt aufzunehmen und dann syncron zusammenzubringen. Aber schon das Singen von Liedern, die oft Jahrzehnte zurücklagen, zwangsläufiger Feilerei am Text und dem Gitarrenspiel und dann auch noch Sorge um Licht und Bildausschnitt und letztlich das Aufzeichnen war schwierig genug, denn man muß gleichzeitig auf hundert Dinge achten, nebenbei ist man eingesponnen in Kabeln aller Art. Und dann hat man die Aufnahme endlich im Kasten und plötzlich ist da ein unerklärlichem Grundrauschen von 50 Hertz, bis man herausfindet, dass es aus der Steckdose kommt. (Mein heißer Tipp an Kollegen: den Rechner über Batterie-Gleichstrom betreiben!) Darum steht so manche tiefe Falte auf meiner Stirn mehr für technische Pannen als für inhaltlichen Ernst...

An der wechselnden Barttracht und dem heller werdenden Grauton der verbliebenen Haare läßt sich ablesen, dass sich die Aufnahmen über Jahre hingezogen haben, aber mehr als zwei, drei Aufnahmen an einem Tag habe ich nie geschafft, zudem hatte ich im Sommerhalbjahr anderes im Kopf. Und bis zum Herbst hatte ich viele technische Tricks schon wieder vergessen...

Das für private Downloader kostenlose Projekt möchte ich auch als meine Antwort auf "ACTA" und die Gier der Verwertungsgesellschaften verstanden wissen, die vorgeben sich um das geistige Eigentum von Künstlern zu sorgen, tatsächlich aber nur mitkassieren wollen. Der Begriff "geistiges Eigentum" ist mir zudem sehr suspekt, denn immer kombinieren und schaffen wir mit dem, was andere vor uns geschaffen oder gedacht haben. Verboten gehört alleine das unerlaubte Vermarkten von fremden Werken.

Warum ich nicht mehr auftrete?

Wer das fragt, weiß sicher nicht, was für Mühen und was für eine große Investition in Lebenszeit Auftritte bedeuten, zumal wenn man wie ich niemals ein Programm wiederholt und nur das singt, was einen gerade selber bewegt. Alleine die Auswahl der Lieder und der verbindenden Texte vorzubereiten, ist etwas, was bei mir alles andere Tun für Wochen ausschließt. Wer eingeübte Programme gut runterspielen kann, dies viellleicht ein paar hundert Mal, der wird es wohl wegen des Broterwerbs tun. Ich habe deswegen meinen Brotberuf niemals aufgegeben, damit ich mich und meine Lieder nie gezwungen bin zu verkaufen.

Nun kann man einwenden, dass ich ja mittlerweile kaum noch neue Lieder schreibe und also genug Zeit hätte, die alten vorzutragen. Ich gestehen, dass ich dazu auch manchmal große Lust habe, denn es geht schon ein Zauber von der Bühne und vom begeisterten Publikum aus.. Doch diese Momente gehen vorbei, denn auch so werden mir meine Tage immer zu kurz und ich finde zu so vielem, was ich noch schaffen möchte, keine Zeit.

So kann ich mich auch vor der Fahrerei zu den Auftrittsorten drücken, die ja  naturgemäß weit verstreut liegen. Auch das Schlafen in fremden Hotelbetten war für mich stets nicht weit vom Horror entfernt, ebenso das Bangen, ob sich dieSäle füllen und hoffen, dass es mir zum Auftrittszeitpunkt gesundheitlich so gut geht, dass ich dem Publikum auch ein paar Stunden eine Freude machenkann.

Und noch einen gewichtigen Hinderungsgrund gibt es -  die Ansprüche des Publikums wurden durch kommerzielle Gier von Veranstaltern, Medien und auch vielen Künstlern immer weiter in eine Richtung verschoben, in der ich mich völlig fremd fühle. Es ist etwa so, als würde man neben den blinkenden Lichtern auf dem Jahrmarkt mit einer kleinen Lampe herumfunzeln. Immer noch einen drauf, heißt die Devise, bis auch das abgestumpfteste Publikum tobt…

Ich mag das nicht, habe es noch nie gemocht und mich dem immer verweigert, habe leise und nachdenklich geendet und war nur lustig, wenn sich ein Spaß in der Interaktion mit dem Publikum entwickelte. Alte Pointen habe ich niemals verwendet, vermutlich, weil ich sie vergessen hatte.

Doch wer erfolgreich sein will, muß sich dem Trend zum "Krachadn" wohl anpassen, was völlig außerhalb meiner Möglichkeiten ist.

Gewiss, es gibt auch positive Beispiele bei bekannten Kabarettisten und Musikern, sie bleiben sich treu und schaffen es, sich nicht oder kaum zu prostituieren. Ich bewundere das, kann es aber eben selber nicht. 

Warum ich dann meine Lieder aufgezeichnet habe?

Sie sind ein wichtiger Extrakt meines Lebens. Da ich kaum tagespolitische Themen besungen habe, sind die Lieder auch nach Jahrzehnten noch aktuell oder zumindest Denkzeugnisse für ihre Zeit. Deshalb habe ich sie aufgezeichnet und dabei auf ihr Wesentliches reduziert, ohne jedes Studio-Zuckerwerk, nur Live-Gesang und Gitarre, so wie ich sie noch im Kopf hatte.

Es sind Lieder aus allen meinen Entwicklungsphasen, vom jugendlichen Weltschmerz bis zu Liebesliedern, ein paar Gaudiliedern,  natürlich reichlich kritischen Songs und Gstanzl über Gott und die Welt. Bei den über 600 Liedern findet sich wohl kaum ein Thema, das ich nicht besungen habe. Du mußt dazu wissen, dass ich 40 jahre lang wie ein Wahnsinniger alles, was mich im Guten wie im Schlechten bewegt hat, in Lieder verwandelt habe, manchmal auch in Bilder oder Prosa, meistens aber in Lieder. Sie zeigen heute, dass auch bei uns, im "hintersten Wald" einer war, der sich dem allgemeinen Zeitgeist und der Bayerntümelei widersetzte, zumindest in seinen Liedern...

Übrigens- die ersten Hundert sind fast alle in Schriftdeutsch, auch später sind immer wieder welche entstanden. Die meisten sind aber in bayerischer Mundart. Und neben allem Inhaltlichen und ohrgängigem - ich hoffe sehr, dass meine Lieder ein klein wenig dazu beitragen, diese herrliche Sprache wieder selbstbewußt im Alltag zu sprechen und sie zukünftigen Generationen zu erhalten.

Über was ich mich am meisten gefreut haber? Als mir einer sagte, dass seine Kinder mit meinen Liedern Bayrisch gelernt haben!

PS:

1986 wollte ich mit der Fertigstellung meines Liederbuchs einen Schlußpunkt setzen, denn nach 300 Liedern hatte ich das Gefühl, wirklich alles besungen zu haben, was mir auf der Seele brannte. Musik machte ich aber weiter. Aus meiner Rockband mit wechselnder Schülerbesetzung ging die Familienband "Rockhausmuse" hervor. Zu Trainingszwecken habe ich für sie bekannte Klassiker mit eigenen bayerischen Texten versehen und auf eigene Art interpretiert. Dabei kam ich wieder auf den Geschmack und es entstanden wieder gänzlich eigene Stücke. Aus heutiger Sicht war die Zäsur 1986 nicht einmal die Halbzeit.