und
hier etwas ganz anderes: ein informativer Film über Apfelsorten,
als kleine Anregung selber einen Apfelbaum zu pflanzen...
www.freigeisst.de
www.counter-go.de
26.1.12 Zur Debatte über die Legalisierung von Hanf
Die Hexenjagd gegen eine Pflanze, die zu den nützlichsten
auf diesem Planeten gehört, kommt – wie so viele Hexenjagden, aus den USA. Es
ist gerade ein Paradebeispiel dafür, wie die Wirtschaft die Politik und diese
wiederum die Justiz bestimmt.
Der Hanf hat über Jahrtausende in manchen Teilen der Erde
für die Menschen eine große Rolle gespielt. Er liefert Körner, die für Mensch
und Tier ein bedeutsames Nahrungsmittel sind, er liefert Fasern, mit denen bis
vor wenigen Jahrzehnten konkurrenzlos haltbare Taue und Kleidung hergestellt
wurden. Hanf könnte heute wegen seiner enormen Wuchskraft auch als bedeutsamer
Lieferant nachwachsender Rohstoffe dienen, er könnte die Wälder schonen, weil
er hervorragend zur Papierherstellung geeignet ist, mit seinen Stengelabfällen
könnten die Häuser isoliert werden und bei seinem Anbau sind praktisch keine
giftigen Spritzmittel erforderlich, weil er schnell alles Unkraut unterdrückt
und den Boden in ausgezeichneter Gare hinterlässt. Seine aber vielleicht
bedeutsamste Eigenschaft sind seine medizinischen Qualitäten, er hilft
praktisch ohne Nebenwirkungen gegen eine Vielzahl von Krankheiten - und gerade
dieser Umstand ist ihm zum Verhängnis geworden, denn die pharmazeutische
Industrie will ihre teueren Pillen verkaufen, die chemische Industrie ihre
synthetischen Gewebe, Seile und Schaumstoffe und ihre Spritzmittel. Manche
Hanfkenner behaupten, dass ein nicht unbedeutsamer Teil aller Apotheker und
Ärzte überflüssig wären, wenn in den Hausgärten eine Hanfstaude stehen würde
und die Menschen mit der medizinischen Verwendung des Hanfes vertraut wären.
Und deshalb gibt es auch eine so unheilige Allianz quer durch alle interessierten
Gewerbe und Erzeuger gegen dieses großartiges Gewächs, die sich mit dem
Hanfverbot ihre Pfründe sichern.
Und auch die Alkohol- und Tabakproduzenten sehen im Hanf
eine Konkurrenz, denn seine Legalisierung würde ihnen ihr Geschäft verderben.
An dieser Stelle will ich aber auch sagen, dass Rauschmittel und natürlich auch
der Hanf nicht in Kinderhand gehören. Nur weil er mißbraucht werden könnte, ist
sein Verbot nicht zu begründen, denn dann müßte vieles aus unserem Leben
verboten werden. Im Übrigen würde eine Legalisierung den Reiz des Verbotenen
nehmen, und damit ein wesentlicher Grund für manches „Ausprobieren“ beseitigen.
Zumal der Konsum von medizinischem Hanf ja vor allem entspannt und müde macht,
was für junge Leute ja kaum interessant sein dürfte (wenns nicht verboten
wäre....).
16.1.12 Knieschuß
Leserbrief an PNP zum Artikel vom 16.1.12 "Ostbayern werben für bessere
Anbindung nach Tschechien"
"Straßen ertüchtigen", "in Donauhafen einspeisen" - soviel
Blumigkeit für etwas so Zerstörerisches wie weiteren Straßenbau
durch eine so sensible Region wie den Bayerischen Wald!
Lokalpolitikern, die ihre Heimat zur internationalen
Durchgangsregion machen wollen, geben sich als Werkzeug für fremde
Wirtschaftsinteressen her. Klar will die tschechische Wirtschaft
möglichst viele Transitwege nach Westen- doch dass wir auch noch
darum betteln, dass sie uns ihren Transitverkehr schenken wollen,
das ist kein Schildbürgerstreich mehr, das kommt einem absichtlichen
Schuß ins eigene Knie gleich. Obwohl unsere bestehenden Straßen in
einem teilweise erbärmlichen Zustand sind, selbst die Lebensader A3
streckenweise wegen Straßenschäden kaum mehr befahrbar ist, will man
Geld, das uns hinten und vorne fehlt, in neue Straßen stecken, statt
die alten zu erhalten. Im Bericht heißt es, dass die bayerische
Delegation "frohgemut" aus Tschechien heimfuhr. Na ja, beim
Leichentrunk wird es ja öfter ganz lustig...
16.1.12 Jagdszenen auf ostbayerischer Schrott- Autobahn
Zum Bericht: Autofahrer nach Panne auf A3 totgefahren
Haben ähnliche Erfahrfungen gemacht: Panne auf
A3 bei Dunkelheit: Trotz Warndreieck und Warnblinkanlage lieferten
sich pausenlos Lastzüge an der Pannenstelle riskante
Überholmanöver, einmal
sogar Gefahrenguttransporter, dazwischen geisteskranke
Pkw-Raser, die mit annähernd 200 km/h die irre Jagdszene (bei
Dauerregen) vervollständigten. Im Auto auf Hilfe zu warten,
wäre einem Selbstmordversuch gleichgekommen.
Ich bin mir sicher, dass unsere Panne - und die einiger anderer auf
dem Autobahnabschnitt - eine Folge des katastrophalen
Straßenzustands der rechten Spur war. Das ist kein Durchschütteln
mehr, sondern es ist ein Stakkato schier achsbrechender Schläge.
Trotzdem gibt es auf den bekannten Schadensabschnitten weder
Tempobeschränkung noch Überholverbot. Auf der rechten Spur ist
eigentlich nur Schritttempo möglich, doch würde sich dazu jemand
entschließen, könnte er sich gleich die Kugel geben.
13.1.12 Erdrückende Enge
Leserbrief zum Bericht vom 11.1.12 "Jungbulle
tötet Landwirt"
Der tragische Tod des Bauern sollte Anlaß sein, über
die Mastbullenhaltung nachzudenken. Der Landwirt soll in einem Laufstall
mit fünf Jungbullen durch ein angreifendes Tier tödlich verletzt worden sein.
Ich war unlängst in so einem Stall und die Bilder haben sich unvergesslich in
meinen Kopf eingebrannt: Koppeln von der Größe einer Pferdebox, darin in
jeder dicht an dicht fünf schwere Mastbullen - eine Enge, in der sich nie
mehr als ein Tier hinlegen kann - wo es dann Exkremente und Tritte der
Stehenden abbekommt. In einem solchen "Laufstall" - was für ein
beschönigender Name! - braucht es kein aggressives Tier, da muß sich nur
eines der armen Kolosse umdrehen und man wird als Mensch zwischen den Tieren
oder an der Wand zerquetscht. Wie die Verhältnisse im Stall des
verunglückten Bauern waren, geht aus dem Artikeln nicht hervor, aber die
windigen Vorschriften verlangen für einem Bullen nur 1,5 bis 3
Quadratmeter Raum, da war die alte Anbindehaltung mit eigenem Liegeplatz ja
noch vergleichsweise tierfreundlich.Artgerecht wäre aber die Weidehaltung oder
zumindest die kombinierte Stall- und Hofhaltung mit tiergerechten
Liegeplätzen. Aber Bewegung ist wohl dem schnellen Erreichen des
Schlachtgewichts nicht förderlich.Und Veterinäre und Agrarpolitiker? Ich höre sie
nur schweigen....
10.1.12 Vom stetigem Wachsen unserer Unfreiheit
Ich empfinde es als erniedrigend, wenn der
Staat dir Kontrolleure ins Haus schickt, um dein Brennholz und deinen Ofen zu
kontrollieren, so als wärst du ein Volltrottel, der nicht weiß, wie er seine
Stube zu heizen und sein Brennholz zu lagern hat. (Für einen Waldler, der sein
Leben mit Holz geheizt hat, ist das nichts weniger als ein Anschlag auf seine
Würde...)
Dass man die Schornsteinfeger dafür
mißbraucht, wird ihrem Berufsstand wenig Ehre einbringen.
Unter dem Deckmantel von Vorsorge,
Sicherheit und Umweltschutz rutschen wir so immer weiter in Bevormundung und
Dikatur. Gleichzeitig wächst die Anarchie und vollkommene Regellosigkeit im
internationalen Wirtschafts- und Finanzbereich und dessen zerstörerische
Auswirkung auf unsere Lebensgrundlagen.
Doch gegenüber der Bevölkerung werden die Gängeleien verschärft und die
Daumenschrauben angezogen, auch durch Sozialabbau und damit einhergehend der
totalen Durchleuchtung der "Vermögensverhältnisse" der kleinen Leute.
(Großunternehmen werden dagegen nur alle Jubeljahre geprüft, wenn überhaupt.)
Die Sozialgesetzgebung und die Steuerbehörden haben das Bankgeheimnis gekippt
und im Namen der Terrorvorsorge werden Telefongespräche, Konten und Emails
ausgespäht. Immer findet sich ein Grund, die Menschen in ihren ureigensten
Bereichen zu reglementieren. Unter dem Deckmäntelchen "Umweltschutz"
werden laufend Geschenke an Wirtschaft und Kontrollbehörden verteilt, und der
Betrieb von alten Autos oder Heizungen so verteuert, dass Neuanschaffungen
getätigt werden müssen. Die damit einhergehende Verschwendung von Rohstoffen
und Energie kommt in den Berechnungen nicht vor, Hauptsache Wachstum, nach Sinn
und Zweck wird nicht gefragt.
Und so wird das Land von einem immer dichter werdenden Filz von Paragrafen und
irrwitzigen Vorschriften überzogen, der alles selbstständige Denken und
herkömmliches Leben und Wirtschaften zunehmend erstickt. Verbrochen wird das
alles von weltfremden, gutmeinenden, schwarzen, roten und grünen Politikern
ohne Augenmaß, die sich von überzeugungsgewaltigen Lobbyisten und
gekauften Experten vor sich hertreiben lassen. Umgesetzt wird dann alles von
Bürokraten, die ihre Formulare und Datenspeicher für den Nabel der Welt halten.
Wer Nietzsches Satz vom Staat, als dem kältesten aller kalten Ungeheuer als
Übertreibung empfand, wird mit jedem neuen Tag eines Besseren belehrt.
5.1.12 Heiße Luft und schöner Schein
Leserbrief an PNP zum heutigen Bericht "Wulff denkt nicht
an Rücktritt"
"Für Rücktritt stehe ich nicht zur Verfügung!" Dieser freche
Spruch vom Eisenbahndemontierer Mehdorn ging mir durch den Kopf, als ich Wulffs
Erklärung im Fernsehen verfolgte. Nach wie vor findet er es nicht schlimm sich
vom Industrie- und Geldadel Urlaubsreisen und Kredite spendieren zu lassen und
begreift nicht, dass er damit seine Souveränität aufgab und die Demokratie schwer
schädigte, die immer mehr nur noch aus heißer Luft und Komparsen wie aus amerikanischen
Sitcoms besteht. Grausam, was aus diesem niedersächsichem Sumpf schon alles
an die Spitze des Staates drängte! SPD-Chef Gabriel hat zum Jahreswechsel die
Affäre Wulff eilfertig für beendet erklärt, wohl in Sorge, dass am Ende noch
sein früherer Chef, der "Kanzler der Konzerne und Förderer des Casinokapitalismus",
der im selben Nest ausgebrütet worden war wie Wulff, ins Visier genommen würde,
oder die Maschmeyerein oder der juristische Ablasshandel um den VW-Konzern.
So was gäb es bei uns in Bayern natürlich nicht, hier entdeckt man aktuell sogar
die Basisdemokratie: Ude lässt die Münchner (und nicht die Betroffenen im Erdinger
Moos) über die dritte Startbahn abstimmen und Seehofer möchte sogar ganz Bayern
darüber abstimmen lassen, denn je mehr Nichtbetroffene eine Stmme haben, umso
eher kommt das gewünschte Ergebnis heraus...
Doch alles alter Hut, wie man Liedauszügen aus
den 90igern entnehmen kann:
20.12.11 "Ordinärer, frustrierter Trampel mit Emanzengehabe"
Anmerkung zu Monika Gruber 2011 Bayrisches Fernsehen 30.12.11
Sie wurde zur lustigsten Bayerin gewählt und macht nun auch über
Bayern hinaus Karriere. Auch ich kann darüber schmunzeln, wenn sie behauptet,
dass Männer die Wohnung zumüllen und bei Frauen dasselbe Verhalten
"Deko" heißt. Ansonsten wird die Gruberin aber immer ordinärer
in ihren Scherzen und wenn sie behauptet, dass alte Männer wie nasse Hunde
stinken, oder wenn sie eine Ministerin "Wurfmaschine" nennt oder alle
Babys schön- "weil man sie ja nicht zurückschieben kann"
- dann kommt sie mir nur noch vor, wie ein ordinärer, frustrierter Trampel
mit Emanzengehabe, die, um Gejohle beim schenkelklopfenden Publikum zu ernten,
vor keiner Derbheit zurückschreckt. Aber um als Bayer(in) in Deutschland
Karriere zu machen, mußte man sich schon immer gschert und deppert geben,
da freuen sich die Preissn!
Unter Kabarett, erst recht unter politischem Kabarett stelle ich mir etwas
anderes vor. Dies gilt in gleichen Maße auch für Grünwald, wenn
er - wie vor einiger Zeit - die bodenständige Mundart von Waldlern und
Oberpfälzern verspottet.
Merke: Verspotten darf ein Kabarettist nur "die da oben", also die
korrupte oder servile Politik- und Bürokratenkaste und ihre reichen Strippenzieher,
er soll aufklären und die Lächerlichkeit des politischen und wirtschaftlichen
Treibens aufzeigen und den Menschen die Angst vertreiben, durch seine eigenes
couragiertes Beispiel und in dem er mithilft, sich die frostigen Mächtigen
und ihre Götter "kleinzulachen". Doch auch über eigene Widersprüchlichkeiten
darf ein Kabarettist spotten, ebenso über die allgemeine Blödheit.
Was für Kabarettisten gilt, gilt im selben Maße auch für Barden,
Literaten und Journalisten. Doch wer gegen Alte, Mütter oder Volksgruppen
spottet, die sich sprachlich noch nicht haben gleichschalten lassen, ist einfach
nur ein bezahlter Depp.
24.12.11 Sodom und Gomorrha
Aus Israel hört man nur Nachrichten, die einem die Haare zu Berge stehen
lassen. In diesen Tagen wurde berichtet, dass jüdische Siedler im Westjordanland
die dort ansässigen Araber immer mehr terrorisieren und den Bauern 20 000
Olivenbäume gefällt haben, um ihnen die Existenzgrundlage zu nehmen
und so zu vertreiben. Wer seinen Nachbarn uralte Olivenbäume fällt,
der kann nur vollkommen ignorant und moralisch verkommen sein. Ich bin es heute
leid Verbrechern, nur weil sie von Israelis begangen werden, mit religiöser
Umnachtung von fanatischen Gruppen zu entschuldigen, denn diese Fanatiker haben
heute die Regierungsmacht und sie schützen den Terror ihrer Siedler und
begehen selber welchen auf internationaler Ebene. Was in Israel seit Jahren
geschieht, empört mich, auch weil ich mich selber immer als sein Freund
betrachtet habe und weil mein Land durch blinde Unterstützung eine Mitschuld
an den Geschehnissen trägt.
Im letzten Frühjahr, kurz bevor unsere Aufmerksamkeit völlig von
den Schwindeleien Guttenbergs, dem japanischen Supergau und den Aufständen
in Tunis und Kairo in Beschlag genommen wurde, gab es die Meldung, dass die
palästinensichen Führer gegenüber Israel bei Geheimverhandlungen
zu unglaublichen Zugeständnissen bereit gewesen seien, was in ihrer Bevölkerung
Empörung verursachte. Der eigentliche Skandal aber, dass Israel trotz der
Zugeständnisse die Verhandlungen abgebrochen hat, wurde in unseren Medien
gar nicht thematisiert. Und so darf die nationalistische Regierung in Israel
bis heute Frieden und Zweistaatenlösung verhindern und bekommt aus Deutschland
sogar noch ein drittes U-Boot fast geschenkt, damit es einmal seine Atomraketen
unbemerkt an seine Widersacher herantauchen kann? Wer glaubt, dass dies in Zukunft
immer nur den Iran treffen könnte, der ist möglicherweise blauäugig,
denn ein Staat, der offensichtlich in seiner jetzigen Form nur durch Alimentierung
von Außen und durch Feindschaft mit seinen Nachbarn bestehen kann, dem
ist einiges an Unberechenbarkeit zuzutrauen.
Auch Gaza ist immer noch ein großes Gefängnis und nicht nur Araber
in der Westbank, sondern auch arabische Israelis werden immer mehr diskriminiert.
Von all diesen Verbrechen - und von massiven sozialen Unruhen - wird durch Kriegstreiberei
gegen den Iran abgelenkt, weil dessen Führung Israels Politik entschieden
kritisiert. Und Amerika, Israels Schutzmacht, protestiert zwar immer wieder,
tut aber nichts um seinen "Flugzeugträger" in Nahost nicht zu
verstimmen. Bei Cyberattacken gegen den Iran, wie den Stuxxnet-Angriffen gegen
Atomanlagen, arbeitet man offenbar sogar zusammen. Und Fachleute behaupten auch,
dass Luftbilder von jüngsten Explosionsorten im Iran alle Merkmale von
Luftschlägen zeigen. (Doch der Iran nimmt die Schuld für die Explosionen
auf sich, denn im anderen Fall müßte er ja Vergeltung üben und
würde die Welt in einen Krieg stürzen. Dies zeigt wohl, dass auch
Teherans Regime nicht von allen guten Geistern verlassen ist. Leider wird die
besonnene Reaktion seine Angreifer zum Weitermachen ermunteren, weil es von
den westlichen Komissköpfen als Schwäche ausgelegt wird.)
Aber Israel lässt einen nicht nur bei seinem militärischem Treiben
ratlos zurück, auch beim Vordringen von religiös-orthotoxen Gesetzen,
kann man nur den Kopf schütteln, etwa bei getrennten Abteilen für
Männer und Frauen in Bussen oder Verbot von Frauenbildern in der Öffentlichkeit.
In einigen Städten mit orthotoxer Dominanz, verlangen Schilder schon, dass
Frauen und Männer verschiedene Gehsteige benützen sollen oder im Supermarkt
an verschiedenen Kassen anstehen sollen. Da hat sogar Amerikas Aussenministerin
angemerkt, dass derartiges mehr zu Taliban und Mullahs passen würden.
Gleichzeitig schlägt Israel auch ins andere Extrem, etwa in Forschung
und Medizin, bei der es keinerlei ethische Schranken mehr zu geben scheint.
Dass israelische Forscher Hühner ohne Federn züchtet, damit man sich
das Rupfen spart, hat man schon vor Jahren gelesen. Doch eine Meldung von heute
schockiert noch mehr: Da wurde ein achtzehn Jahre lang tiefgefrorener Embryo
einer Frau eingepflanzt, die das Kind auch austrug und zur Welt brachte.
Da kann einem schon Sodom und Gomorrha in den Sinn kommen... Doch in der Geschichte
hat Jaweh ja keinen einzigen Gerechten mehr gefunden, was heute dann doch ganz
anders ist, denn viele Israelis sind genauso entsetzt, was in ihrem Namen geschieht
und es scheint als würden es immer mehr.
-------------
Nachtrag. Heute am 28.12.11 geben die deutschen Medien wieder ein Beispiel
ihrer tendenziellen Berichterstattung, wie wir es seit Jahrzehnten kennen: Überschrift:
"Palästinenser feuern Raketen auf Israel ab". Erst dem anschließenden
Bericht kann man dann entnehmen, dass dies eine Reaktion auf einen israelischen
Luftschlag mit Todesopfern war und die pälästinensichen zwei "Raketen"
eher Feuerwerkskörper waren, von denen eine noch in Gaza, die andere auf
freiem Feld einschlug.
18.12.11 Zurück bleibt Chaos und Gewalt
Neun Jahre nach dem Überfall auf den Irak haben die Amis den Irak wieder
verlassen. Sie hinterlassen chaotische Verhältnisse, eine zerstörte
Infrastruktur, zerstörte und geplünderte Kulturdenkmäler, zigtausende
Waisen und Witwen, ein Heer von Verstümmelten, und nicht zuletzt eine unbekannte
Zahl von Toten, die Zahlen schwanken von Hundertausend bis zum Vielfachen davon.
Die Schiiten werden nicht mehr von den Suniten diskriminiert, ermordet und verfolgt,
sondern nun läuft es umgekehrt. Bush hat es mit diesem Krieg geschafft
sein Land, ja den Westen insgesamt, zum Synonym für wirtschaftlich motivierte
Mordbrennerei und Folter zu machen und die Weltwirtschaft ins Chaos zu stürzen.
Doch weder Bush noch seine Neben- und Hinterleute mußten sich bis heute
für ihre Verbrechen verantworten. Durch die schiitische Regierung ist Irans
Einfluß im Irak enorm gestiegen, Bush hat den Mullahs in die Hände
gearbeitet. Und die Ölförderung? Fließen nun wenigstens die
Ölmilliarden? Bislang sind die Chinesen die größten wirtschaftlichen Profiteure
der amerikanischen Invasion geworden...
11.12.11 Bock zum Gärtner gemacht
Leserbrief an PNP zum Bericht "Hinzken: Ausbaugegner sind verkehrspolitische
Geisterfahrer"
Wer ausgerechnet jene Kanalbaufirma, die oberhalb Straubing die Donau schon
zerstört hat, mit einer Untersuchung zum weiteren Donauausbau beauftragt, der
macht den Bock zum Gärtner. Abgeordneter Hinzken, der Schutzheilige allen niederbayerischen
Verkehrswegebaus, sollte sich besser fragen, ob er noch auf der richtigen Fahrbahn
unterwegs ist. Würde er noch 50 Jahre politisch wirken, schauten am Ende wohl
nur noch unsere Berggipfel aus dem Straßenteer, die Donau wäre durchgängig ein
Kanal und die dritte Startbahn in den Bayerischen Wald verlegt... Ist es Herrn
Hinzken entgangen, dass sich auch der Zukunftstrat der Staatsregierung gegen
den Donauausbau und den weiteren Bau immer neuer Straßen ausgesprochen hat?
Gewiß auch alles Geisterfahrer. Ich lade Herrn Hinzken zu einer Paddeltour von
Irlbach nach Mühlham, damit ich ihm zeigen kann, was durch Staustufen alles
zerstört würde: der verbliebene letzte Rest eines herrlichen Flußes mit seinen
Sand- und Kiesstränden und seiner Flora und Fauna, die das Steigen und Fallen
der Wasserstände zum Überleben brauchen. Niederbayern galt lange bei Münchner
Salonbayern und Preussen als zurückgeblieben. Heute spotten sie über uns, weil
keine andere Region so vom Fortschrittswahn befallen ist. Wo sind unser alter
Stolz und unser Selbstbewußtsein geblieben, wo die Wertschätzung unserer Heimat?
26.11.11 Zur Landratswahl in Regen
Erstmals bin ich einer Wahl ferngeblieben und möchte dies als Votum gegen die
angekündigte Straßenbaupolitik beider Kanditaten verstanden wissen. Ich befinde
mich dabei überraschend in der Gesellschaft des Zukunftsrates der Staatsregierung,
der auch nur den Erhalt und die Optimierung des Verkehrswegenetzes fordert,
aber keinen Neubau. Zum Wahlkampf. Deutlich wie nie haben sich ansonsten im
Verborgenen operierende Unterstützer zu erkennen gegeben, was Hinweise zum Lösen
von Rätsel bei Vorgängen der jüngeren Vergangenheit geben kann. Andere haben
Argumente von gerade unterirdischer Qualität vorgetragen. Besonders die frömmelnden
Totschlagargumente sollten wir nicht einfach unter den Teppich kehren, denn
die Zeiten katholischer Inquisition sind vorbei. Da haben offenbar einige Aufklärung
und Neuzeit völlig verschlafen. Schlimm genug, wenn sich die Kirchen unwidersprochen
zur pseudobayerischen Folklore-Kultur degradieren lassen. Als sehr positiv empfand
ich dagegen die freundliche Gelassenheit durch Stadtpfarrer Eder in der "Quer"-
Sendung.
29.11.11 Tiefe Einblicke
Zum Bericht "Eine moralische Verbeugung" vom 25. November:
"Es ehrt den bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, dass er Völkerverständigung
in Tschechien betreibt. Doch dass die Prager Regierung ihn alleine durchs Land
zu den Gedenkstätten fahren lässt, gibt tiefe Einblicke in die herrschende Denkweise.
Jeder dritte Einwohner Böhmens war einmal ein Deutschböhme. Seit Jahrhunderten
war das Land ihre Heimat. Es waren Nazis - deutsche und tschechische -, die
zum Ende der K.-und-K.-Monarchie gegeneinander Hass gesät haben. Gewiss ist
bis 1945 das Gewicht der Verbrechen deutscher Nazis an Tschechen viel größer
als umgekehrt. Doch es wurde nach dem Krieg nicht nach persönlicher Schuld oder
Nazimitgliedschaft gefragt - nein, es wurde ein Drittel der Bevölkerung mit
ihren Kindern, nur weil sie deutsch waren, aus ihrer Heimat vertrieben und ihre
gesamte Habe beschlagnahmt. Und doch waren es nicht ,die Tschechen‘, die ein
so unglaubliches Verbrechen gegen das Völkerrecht begangen haben, so wenig man
,den Deutschen‘ kollektiv die früheren Verbrechen anlasten kann. Es waren die
nationalistischen Fanatiker auf beiden Seiten, die die Volksgruppen gegeneinandergehetzt
haben. Damit die heutige Generation in einem freien Europa zusammenwachsen kann,
muss man seine Geschichte kennen, um aus ihr lernen zu können. Dass etwa die
Benes-Dekrete noch immer gelten, ist schwer zu verstehen, und die jetzigen Reaktionen
Prager Politiker erinnern an überwunden geglaubte dunkle Zeiten. Mit der Deutsch-Tschechischen
Erklärung vom Januar 1997 war man da schon einmal viel weiter."
6.11.11 Auftakt für noch viel größere Zerstörungen
Leserbrief an Deggendorfer Zeitung
Auf "persönliche" Einladung vom Straßenbauamt konnte sich Herr Guddas ein "persönliches"
Bild vom Straßenbau machen und widerruft alles früher Gesagte und lobt die Baumaßnahme
nun über den Schellnkönig. Doch es geht nicht nur um die Brutalität, mit der
die Straße bei Hengersberg in die Landschaft gebrochen wurde, es ist erst der
Auftakt für noch viel größere Zerstörungen. Man braucht den weiteren Verlauf
des geplanten Autobahnzubringers im Kopf nur einmal bis Zwiesel weiter denken:
Erst über den Berg nach Hangenleiten, dann durch das Kirchberger und Rinchnacher
Tal. Bis dorthin wird die Maßnahme ja als Ortsumgehungen verkauft, doch weiter
bis Zwiesel wird man dann halbe Berge abtragen müssen und am Ende hat man eine
neue Fernstraße und - den Transitverkehr, was eine ganz andere Kategorie des
Verkehrs ist. Da denkt man sich in Brüssel und München neue Fernverbindungen
aus und finden vor Ort Provinzpolitiker, die sich dafür auch noch bedanken.
Ich weiß, die lautesten davon sitzen in Zwiesel, sie gieren geradezu nach Fernverkehr:
Ausbau der B 11 und der B 85! Ausbau der Staatsstraße von Kötzting nach Grafenau
über Zwiesel zu einer zweiten Ostmarkstraße! Und dann der Autobahnzubringer
über Hangenleiten. Wie oft habe ich schon an sie appellliert: Denkt an die Menschen
an der Strecke! Nur weil einige Zwieseler sich vom Straßenbauvirus haben anstecken
lassen, darf man doch nicht die Umgebung unserer Nachbarn zerstören, die einmal
von allem nur den Gestank und den Lärm haben werden! Leider erfolglos. Und so
wird eine Ortsumfahrung nach der anderen gebaut und am Ende haben wir das verloren,
was unsere altbaierische Heimat einmal ausmachte. Vor dreißig Jahren habe ich
darüber noch Gstanzl geschrieben, heute ist mir das Reimen vergangen. Meine
alten "Teer- und Blechgstanzln" gratis zum Downloaden als Ständchen, auch für
Herrn Guddas. http://www.geiss-haejm.de/lieder/278.mp3
2.11.11 Es scheint wieder loszugehen
Friedensnobelpreisträger Obama will für 700 Milliarden Dollar neue
Atomraketen bauen. Wir erinnern uns, dass er zu Beginn seiner Amtszeit verkündete,
die Welt von genau diesen Vernichtungswaffen befreien zu wollen. Heute wissen
wir, dass mit seiner Hilfe in den USA nur ein "Messias-Spektakel"
aufgeführt wurde, um Druck aus dem Kessel zu nehmen, der sich nach dem
Politchaos durch George Bush aufgestaut hatte. Nun wird in renommierten Medien
gemunkelt, Obama wolle zusammen mit Israel und England den Iran angreifen. Braucht
man einen neuerlichen Krieg, um die Occupy-Bewegung wieder in die Reihen zu
zwingen?
Israel hat gerade eine für Atombomben geeignete Langstreckenrakete getestet
und Netanjahu warb im Kabinett um Unterstützung für einen Angriff
gegen den Iran. Außerdem hat er den Bau neuer Siedlungen im Westjordanland
verkündet. Was soll man da noch sagen? Mittlerweile sollten auch gutmeinende
deutsche Politiker begreifen, dass Israel keinen Frieden mit den Palästinenser
will und die Zeit, in der Juden Opfer waren, zwei Generationen zurückliegt.
Doch unsere Regierungen unterstützen noch immer mit Geld und Waffen einen
Staat, der seit über 60 Jahren mit seinen Nachbarn Krieg führt. Unser
deutsches moralisches Erbe sollte es sein, mutig neuen Rassismus und Staatsterrorismus
zu benennen, von wem immer dies auch geschieht. Und Israel, als ein uns historisch
so verbundenes Land, ist zu einem nationalistischen Räuberstaat geworden,
unfähig und unwillig mit Nichtjuden zusammenzuleben. Was in Gaza und der
Westbank täglich passiert, würde die ganze zivilisierte Welt empören,
wenn es, ja wenn es nicht von den Israelis verbrochen würde.
Kaum haben Amis und Briten (und Franzosen) in Libyen ein unliebsames Regime
niedergebombt, verborgen hinter der Helfermaske von UNO und NATO, soll das blutige
Spiel nun also weitergehen. Wie im Irak und in Libyen wurden auch im Iran westliche
Ölkonzerne enteignet, nun soll das auch dort rückgängig gemacht
werden. Seit ich denken kann, läuft es immer auf die gleiche Weise ab.
Obwohl zu Hause alles drunter und drüber geht und das "Land der unbegrenzten
Möglichkeiten" zum "Land der grenzenlosen Ungerechtigkeit und
Not" geworden ist (siehe oben "Mein armes Amerika"), hat seine
Führung für Eroberungskriege immer Geld. Da kann es in Afghanistan
und dem Irak noch so in die Hosen gegangen sein, für den nächsten
Krieg ist wieder Geld da, auch bei über 14 Billionen Staatsschulden, oder
gerade deswegen? Etwa um den militärischen Drachen zu Hause zu füttern?
Oder um dem Volk wieder mit neuen Lügen und Bedrohungen die Köpfe
zu füllen und es so zu disziplinieren? Wir werden sehen, wie es kommt.
Wie es ablaufen wird, wissen wir ja zur Genüge: Die hanebüchenen Mordpläne
gegen den saudischen Botschafter durch Teheran, waren schon der Auftakt, waren
dann aber doch zu unglaubwürdig. Daher wird man, bevor es dann richtig
losgeht, noch rechtzeitig einen neuen Kriegsgrund inszenieren.
Noch ein Wort zu den Briten. Sie sind natürlich auch dieses Mal wieder
dabei, sie, die die Schuld haben an dem ganzen Schlamassel im Orient und dass
"die Völker so aufeinanderschlagen". Sie haben die ganzen willkürlichen
Ländergrenzen gezogen, nach dem Sieg über das osmanische Reich, ohne
auf die Völker Rücksicht zu nehmen. Aber vielleicht war auch das geplant,
damit man ein paar hundert Jahre lang Kriegswirren hat und die Völker gegeneinander
ausspielen und ausplündern kann. Vielleicht wird erst nach dem letzten
Tropfen Erdöl Frieden in die Region einkehren, wenn Suniten und Schiiten,
Kurden, Araber, Palästinenser und Juden einmal wieder in Armut nebeneinanderleben....
28.10.11 Verkehrsfluß lässt sich auf mehrerlei Arten verbessern
Zum Leserbrief von Herrn D. im BBR
Dass es nur um "behutsamen Ausbau" der Straßen geht, wird wohl ein frommer
Wunsch bleiben, Herr D., denn die Stellungsnahmen der Landratskanditaten zum
Straßenbau haben sich anders gelesen. Keiner hat auch nur erwähnt, dass es eigentlich
um Transit- oder Fernverkehrsverbindungen geht, wenn Schwarzach-, Kirchberger
und Rinchnachtal zerstört werden, ja einige haben nicht nur neue Autobahnzubringer,
sondern autobahnähnlichen Ausbau gefordert. Die Landschaften auf der Strecke
sind den Straßenplanern, deren Ziele vermutlich in Brüssel oder München ausgebrütet
werden, egal. Schlimm ist nur, wenn sich lokale Politiker vor deren Karren spannen
lassen. Sehen sie nicht, was sie etwa bei Hengersberg bereits angerichtet haben,
wo der gewünschte Autobahnzubringer Richtung Hangenleiten schon in die Landschaft
gebrochen wurde? Ein Albtraum, nicht nur für die Anwohner, die überhaupt nichts
davon haben. Man kann sich ausmalen, wie es weitergeht über den Ranzinger Berg
bis nach Rinchnach, wobei es dann erst richtig beginnt, denn der schwierigste
Teil der Strecke bis Zwiesel steht dann noch bevor, aber darüber redet heute
noch niemand. Ich habe für mich in den letzten Monaten einmal alle Störungen
des Verkehrsflusses notiert, die ich selber im Auto erlebt habe. Lastwagen und
bummelnde Urlauber waren es eher selten, mehr schon Straßenpflege- und Ausbesserungsarbeiten
ohne Umleitungsplanung oder Verkehrsregelung. Die überwiegende Zahl der Stockungen
wurden aber durch landwirtschaftlichen Verkehr verursacht, vermutlich, weil
immer mehr Bauern auf Überlandstraßen fahren, um immer weiter auseinanderliegende
Flächen zu bewirtschaften. Doch die Agrarpolitik ist eine heilige Kuh, lieber
zerstören wir weiter unsere Landschaft, doch diese ist endlich, unsere Bedürfnisse
aber sind unendlich...
Anhang
Ich wurde nach Abdruck des Leserbriefes zu meiner "Verkehrsstockungszählung"
angesprochen und ich will hier darauf antworten.
Natürlich ist meine Zählung nicht repräsentativ. Sie ist von
der Jahreszeit und von den gefahrenen Strecken abhängig und natürlich
auch von der Zählweise usw. Dennoch glaube ich, dass jeder andere zu ähnlichen
Ergebnissen kommen wird. In jedem Fall spielt der landwirtschaftliche Verkehr
eine überraschend große Rolle. Eine Erklärung habe ich dafür
schon gegeben, das Bauernsterben und die Übernahme oft weit auseinanderliegenen
Flächen durch immer größer werdende verbliebene Betriebe. Dann
die Auswirkungen aus der heutigen Arbeitsteilung: Kraftfutter wird im großen
Maße zugekauft und wird zu den Grünlandbetrieben transportiert. Das
verfütterte Fremdfutter führt zu riesigen Güllemengen, die alle
paar Wochen auf den Wiesen entsorgt werden müssen, was sich von sinnvoller
Düngung völlig abgekoppelt hat. Im gleichen Maße erhöht
hat sich auch die Schnitthäufigkeit des Grüngutes. Alles zusammen
führt zu 20-30 igmaligem Befahren der Wiesen, was immer öfter auch
über Überlandstraßen geschieht. Da zudem auch unsere regionalen
Molkereien geschlossen wurden, muß heute die Milch nach Cham transportiert
werden. Zu bestimmten Tageszeiten haben die Milchlaster auf den Bundesstraßen
starke Auswirkungen auf den Verkehrsfluß. Auch die Zentralisierung der
Kompostierung von Biomasse, war verkehrspolitisch eine unsinnige Entscheidung.
Ich mag mich hier nicht auf das dünne Eis der Beurteilung von sinnvollem
Straßenverkehr begeben, vor allem will ich den Nutzen des Individualverkehrs
völlig außen vor lassen, denn die freie Entscheidung darüber
hat viel mit Lebensqualität und Wohlbefinden zu tun.
Nur generell will ich anmerken, dass viel Verkehr durch die Trennung von
Arbeit, Freizeit und Wohnen entsteht, der uns in aller Regel nichts bringt.
Doch die verschiedenen Lebensbereiche wieder mehr zusammenzubringen- auch die
zersplitterten und über das Land verteilten Familien - wäre eine kulturelle
und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nichts mit Straßenbau zu tun
hat. Parallel dazu ist der gegenwärtige globale freie Warenhandel auch
nichts weniger als ein Wahnsinn, dessen Folgeschäden die Erde zu zerstören
drohen. Selbiges gilt für den Massentourismus. Würden alle 7 Milliarden
Menschen soviel reisen, wie heute die Menschen der Industrieländer, dann
würde das biologische und wirtschaftliche System in kurzer Zeit zusammenbrechen.
Um wieder auf den Verkehr im Bayerischen Wald zurückzukehren- es gibt
auch außerhalb der Landwirtschaft viel völlig unsinnigen Verkehr.
Als Beispiel möge der privatisierte Lieferverkehr herhalten. Hat früher
eine Firma Pakete ausgeliefert, so sind es heute etliche Firmen, die mit nicht
ausgelasteten Transportern den Verkehr behindern. Oder der Einsatz von Riesenbusen
für den öffentlichen Nahverkehr, die etwa neben leeren Zügen
verkehren, weil sie Subventionen erhalten. (Zunehmend mit verspiegelten Fenstern,
damit man ihre leeren Sitze nicht sieht). Statt mit Kleinbussen und Ruftaxis
den Bedarf der Menschen in den Dörfern wirklich zu decken, setzt die Politik
weiter auf ein System aus Geisterzügen und Geisterbussen. Gleichzeitig
wurde die Möglichkeit Fahrräder im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen
(was alleine einen breiten Verzicht auf das Auto herbeiführen könnte),
verteuert oder ganz abgeschafft.
Bislang wurde aber immer nur über Zielverkehr gesprochen. Würde unser
Waldgebirge aber zum Transitland werden, wie es von der Politik klammheilich
salamimäßig betrieben wird, begäben wir uns verkehrsmäßig
in eine völlig andere Dimension der Problematik. Alles bislang Erwogene
würde mit einem Male nebensächlich, der Bayerische Wald wäre
dann nichts weniger als verloren....
26.10.11 Das Kleingedruckte gehört verboten
Onlinekommentar zu PNP-Bericht
Es ist schon lange überfällig das "Kleingedruckte", dass vor allem die Telekommunikationsbranche
systematisch in ihrer Werbung in betrügerischer Absicht anwendet, zu verbieten.
Wer etwa Werbeprospekte der Telekom betrachtet, braucht für das Kleingedruckte
sehr gute Augen oder eine optische Hilfe. 99 Prozent der Prospekte bestehen
aus Bildern und markigen Sprüchen und das Wesentliche muß man dann mit der Lupe
nachlesen. Das derartige Gaunerei noch immer erlaubt ist, kann ich nicht verstehen.
29.10.11 Gärten statt Gefechte
Leserbrief an PNP
Wer behauptet, dass der Erhalt der ostbayerischen Kasernen nur auf Grund des
unermüdlichen Einsatzes von CSU-Mandatsträgern zustande gekommen sei, der unterstellt,
dass der Verteidigungsminister nicht nach rationalen Argumenten entschieden
hat, sondern nach Gefälligkeit. Doch warum sind die ostbayerischen Kasernen
wirklich erhalten worden? Ins Auge fällt ihre Nähe zur früheren Grenze, die
es zwar nicht mehr gibt, die beim Militär vielleicht aber noch tief verwurzelt
ist. Ein weiterer Grund könnte sein, dass man in Berlin den Niederbayern politischen
Gleichmut oder katholisches Krämerdenken unterstellt, denn hier fragt öffentlich
kaum jemand nach dem Sinn der Armee, protestiert niemand gegen Auslandseinsätze,
die anderswo als verfassungswidrig diskutiert werden. Bei uns dagegen versteigert
sich etwa Regens Bürgermeisterin in Liebeserklärungen zum Militär, werden Soldaten
mit Rosenkränzen nach Afghanistan geschickt und in Straubing-Bogen veranstalten
Politiker Wallfahrten auf den Bogenberg, um dem lieben Gott für den Erhalt der
Kasernen zu danken. Auch der Klerus sieht darin keinen Widerspruch zur christlichen
Lehre oder gar Blasphemie, schließlich geht es um wirtschaftliche Bestandswahrung.
Wenn dann aber auch noch Bogens Kommunalpolitiker ins Feld führen, dass sie
nicht wüßten, was sie mit den hundert Hektar Kasernen- und Truppenübungsgelände
hätten anstellen sollen, das große Teile des "heiligen Berges von Niederbayern"
umfaßt, dann beginnen einem die Augen schon ein wenig zu tränen... Die herrlichen
Donauufer und die hinreißend schöne Topografie des Bogenberges, mit seiner südlichen
Vegetation, brauchen keinen Gefechtslärm, im Gegenteil! Dieser verhindert jede
ins Auge springende Nutzung etwa als Landschaftspark, dauerhafte Gartenschau
oder/ und als kulturelle und touristische Perle für die ganze Region.
22.10.11 Lügentheater
Die NATO hat über 26 000 Angriffe in Libyen geflogen, zuletzt auf einen
Fahrzeugkonvoi mit Gaddafi, natürlich nur um die Zivilbevölkerung
zu schützen... So wird seit Beginn des Krieges gelogen, dass sich die Balken
biegen, was aber kein Votum für Gaddafi sein soll. Doch warum hat man den
Krieg geführt? Ich habe es in meinem Kommentar am 16.9. schon geschrieben:
Erdöl!. Und warum hat man Gaddafi gelyncht? Da muß man sich nur fragen,
wer davon einen Vorteil hat. Da wären die westlichen Staatsführer,
die nicht wollen, dass Einzelheiten ihrer langjährigen Kumpanei mit dem
Diktator etwa in Den Haag ausgebreitet worden wären. Und da sind die neuen
Machthaber in Libyen, von denen die Allermeisten auch Gaddafi gedient haben.
Wie ehrlich waren da die frühen Räuber: sie haben geraubt und gemordet,
aber sie haben den Verstand der Menschen nicht mit beschönigenden Lügen
beleidigt.
Anhang, 26.10.11
Mittlerweile lichtet sich langsam der Pulverdampf und die Aufständischen,
die man in den letzten Monaten vor allem wie Geisteskranke in die Luft schießen
sah, zeigen, weiter wess Geistes Kind sie sind: Massenerschießungen, Terrorakte,
Folter und Leichenschändungen. Und die Dinge beginnen erst. Wer etwas anderes
erwartet hatte, war ein Träumer. Sarkozy, Cameron und Obama haben aber
bestimmt nicht geträumt, sie wußten genau, was sie taten. Statt die
Hintergründe des Krieges auszuleuchten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft
zu ziehen, meinen in Deutschland noch immer Medienleute, SPDler und Grüne
bedauern zu müssen, dass Deutschland sich nicht an dem Eroberungskrieg
beteiligt hat. (Was aber nach neueren Meldungen gar nicht mehr so sicher ist,
denn offenbar hat der deutsche Geheimdienst (wie schon beim Irakkrieg) im Hintergrund
mitgemischt, in den NATO-Planungsstellen sowieso.)
21.10.11 Keine Wahl!
Leserbrief an BB-Regen zur Landratswahl
Wer die Reste unserer intakten Landschaft als unseren noch verbliebenen Reichtum
begreift, hat bei der Wahl des neuen Landrats keine Wahl. Alle Bewerber sehen
es als ihr Hauptanliegen an, weiter Straßen aus- und neu zu bauen, trotz dem
vorhandenen dichten Straßennetz, das kaum erhalten werden kann. Da können alle
fünf Bewerber noch so freundliche Zeitgenossen sein - sie hängen alle dem provinziellen
Irrglauben an, dass unsere Zukunft von immer mehr und schnelleren Straßenverbindungen
abhängt. Wäre ihr Glaube wahr, herrschte in allen Ortschaften entlang von Autobahnen
wirtschaftliche Glückseligkeit, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Wenn
einmal alle unter dem Deckmantel "Ortsumgehung" geplanten Transitverbindungen
gebaut sind, dann ist der Bayerische Wald so sehr zerstört, dass er seinen Reiz
verloren hat- für uns selber grad so, wie für erholungssuchende Urlauber. Es
geht auch nicht um Naturschutz oder irgendeine nostalgische Ideologie - es geht
um Heimat- und Menschenschutz! Wir müssen unsere Heimat als eine grüne Nische
in einer immer gesichtsloseren Welt erhalten - für unsere Kinder und Enkel!
In den Achtigern habe ich zum Thema noch Gstanzl geschrieben, heute ist mir
das Reimen vergangen. Wer aber Lust hat, kann ja wieder einmal reinhören, es
ist auch als Gratisständchen für unsere Kanditaten gedacht. www.geiss-haejm.de/lieder/278.mp3
17.10.11 Demokratischer Witz
Leserbrief an die Sueddeutsche Zeitung zu den Berichten über den beabsichtigten
Bürgerentscheid in München zur 3. Startbahn
Ein Bürgerentscheid ist normalerweise eine gute Sache. Doch nicht die betroffenen
Anwohner des Flughafens dürfen über ihr zukünftiges Wohl und Wehe abstimmen,
sondern die potentiellen Nutznießer. Nun traue ich den Münchnern durchaus eine
rücksichtsvolle Entscheidung zu, aber es bleibt dennoch ein arger demokratischer
Witz.
14.10.11 Temelin gefährdet gute Nachbarschaft
Leserbrief an PNP zum Bericht "Prag erleichtert Temelinausbau"
Die tschechische Atompolitik hat mit guter Nachbarschaft nichts zu tun hat.
Prag, so scheint es, setzt umso mehr auf Atomenergie, je mehr Bayern und Österreicher
davor Angst haben. Spielt hier Psychologie mit, etwa historisch bedingter Trotz,
oder gibt es Informationsdefizite? Es ist aber gewiß kein nationales Problem,
denn Atomköpfe gibt es auf beiden Seiten der alten Grenze, man denke nur an
die Atomanlage in Wackersdorf, die Strauß und Co direkt in Grenznähe gesetzt
hatten, die aber von der Bevölkerung verhindert wurde. Nun ist es an den Tschechen
ihre Atompolitiker zu bremsen, die auch nach Tschernobyl und Fukushima nichts
gelernt haben. Wir können nicht warten, bis es einmal kiloweise Strontium vom
Himmel regnet und den Verantwortlichen ein Licht aufgeht. Die Konsequenzen nach
einem GAU wären für Bayern, Österreicher und Tschechen dieselben: Wir würden
auf Dauer aus unserer Heimat vertrieben.
11.10.11 Keine Demokratie ohne kritischen Journalismus!
Leserbrief an BBZ zu "Zwei Jahreszeiten im Wechsel"
Schöne Bilder, zweifellos! Und doch ist die Größe der Bilder, die sich in den
letzten Jahren eingebürgert hat, kritisch zu hinterfragen. Ich habe das Gefühl,
dass unsere Heimatzeitung immer weniger Information bringt. Neulich habe ich
einen alten Bayerwaldboten durchgeblättert und war überrascht, über den Umfang
des gedruckten Textes. Ich schätze, dass dem Leser damals annähernd doppelt
so viel Information geboten wurde, auch wegen des kleineren Schriftbildes. Dagegen
könnte man heute den Eindruck gewinnen, die Zeitung würde für Kinder gemacht.
Gleichzeitig scheint es mir auch, dass es einen Rückzug aus der kritischen Berichterstattung
gibt. Doch wer soll den Menschen die Hintergründe der politischen Geschehnisse
näher bringen, wenn nicht die Zeitung? Als Beispiel möge der gegenwärtige "Wahlkampf"
um den Landratsposten genügen: In drei Wochen wird gewählt, doch statt den Bewerbern
auf den Zahn zu fühlen, schwelgt man lieber in schönen Landschaftsaufnahmen.
Wir wissen, dass nach dem Herbst der Winter kommt, doch wen wir wählen sollen,
wem wir trauen können, wissen wir nicht. Warum hat die Zeitung nach dem Tode
von Heinz Wölfl nicht eine Umfrage gestartet, wenn die Bevölkerung gerne als
Landrat hätte? Auch dass Wölfls Probleme schon so viele Jahre bekannt waren,
ist an der Presse völlig vorbeigegangen. Doch Demokratie gibt es nicht ohne
kritischen und couragierten Journalismus. Nicht Hofberichterstattung - sondern
selber nachprüfen, hinterfragen, vorausschauen und das Ohr an den Sorgen der
Bürger haben.
4.10.11 Morden wie die alten Götter
Kommentar zum jüngsten Mord der Amis
Wieder wurde von den USA ein Mensch ferngelenkt durch eine Drohne "getötet",
das ist das verlogene Wort, das alle Medien offenbar gleichgeschaltet heute
verwenden, wenn es für gezielten Mord ohne Gerichtsverhandlung durch die
USA oder Israel geht. Natürlich werden nur Terroristen ermordet, beinah
immer mit zivilen "Kollaterialschäden", die meistens gar nicht
erwähnt werden. Man stelle sich vor, das würden andere zivilisierte
Länder machen, ein Aufschrei ginge durch die Welt, alle Medien würden
von "Terrorregimen" sprechen, zurecht. Doch wie die Fälle liegen,
ist es anders. Über tausend Menschen sollen durch US-Drohnen schon ermordet
worden sein, feige ferngelenkt aus den Staaten, wie die alten Götter mit
Blitzen vom Himmel herab... Ich schäme mich für die schon zur Routine
werdenden Verbrechen durch unsere amerikanischen und israelische "Freunde"
und kann ihre Taten nicht von den Bösewichtern unterscheiden, die sie bekämpfen,
wobei man Letzteren sogar noch in aller Regel zu Gute halten muß, dass
sie es aus Verzweiflung tun.
26.9.11 Aussenstelle des Paradieses
Leserbrief an die Deggendorfer Zeitung zum Bericht "Sibler: Wenig Chancen
für die Donau"
"Für einen politischen Zweck ist mir das Weltkulturerbe ehrlich gesagt zu
schade."Mit diesen Worten wird CSU- Mann Berd Sibler zitiert. Die Donau ist
ihm offenbar aber nicht zu schade, für die politischen Zwecke seiner Wirtschaftspartei,
die auch die letzten Kilometer diesen herrlichen Stromes kanalisieren will,
wie es Straubing aufwärts bis ins Schwäbische schon geschehen ist. Sibler reiht
sich damit in den Chor der Agitatoren zur Zerstörung der Donau aus Hinzken,
Huber, Eder oder Erl, der erst unlängst einen Kraftwerksbau an der wunderbaren
Mühlhamer Schleife - seiner unmittelbaren Heimat! - forderte. Doch ein Fluß,
der nicht mehr fließen kann, dessen Wasserstand sich nicht dauernd verändert,
verliert sein ihm Typisches, mit ihm seine Flora und Fauna. Die wunderbaren
kiesigen und sandigen Donaustrände würden mit Brennesseln und Springkraut zuwachsen,
viele Fischarten würden ihre Laichgründe verlieren und der noch beinah vollständig
ungehobene Schatz des Donautourismus könnte nie mehr gehoben werden. Wenn Herr
Sibler etwa darauf hinweist, dass Neuschwanstein auch noch kein Weltkulturerbe
sei, dann vergleicht er den niederbayerischen Donauraum, der zu den ältesten
Siedlungsgebieten Europas zählt und der trotz aller Zerstörungen noch immer
einmalig ist, mit einem kitschigen Schlößchen, das der entmachtete bayerische
König von den Preussen als Spielzeug bekam, damit er still hielt, während sie
Bayern einkassierten. Wer die Donau liebt, weiß, dass die Etikettierung als
eine "Aussenstelle des Paradieses " streckenweise nicht übertrieben ist. Doch
Gewöhnung macht blind, was man hat ist nichts wert, und so spielt für viele
Anwohnern der große Strom heute keine besondere Rolle mehr. Sie besitzen gleichsam
ein wunderbares Musikinstrument, ohne darauf spielen zu können oder zu wollen.
16.9.11 Schurkenstück
Leserbrief an PNP zum Bericht vom 16.9.11 "Wettlauf nach Tripolis"
"Viele politisch ungebildete Menschen quält eine diffuse Angst vor einer militärischen
oder politischen Einmischung westlicher Staaten in Libyen", schreibt Redakteurin
Clasmann. Doch falls "gebildete" Menschen diese Sorge nicht haben, ist es mit
ihrer Bildung nicht weit her, denn dieser Krieg war ein Schurkenstück von Anfang
an und Gaddafi war nicht der einzige Schurke. Sarkosy und Cameron zeigten ja
nun, um was es bei der Förderung der Revolte ging: um Erdöl, um was auch sonst.
Wer die Ölindustrie verstaatlicht, wie es Gaddafi getan hat, muß weg, wir kennen
das ja auch aus dem Irak. Die weitere Geschichte wird ja zeigen, wer davon profitiert,
dass es das libysche Volk sein wird, glaube ich nicht. Auch Afrika ist als politische
Macht nun geschwächt, denn es hat seine vielleicht wichtigste Führungsfigur
verloren und die Ausbeutung seiner Bodenschätze durch den Westen wird nun wieder
leichter gehen. Wie die Sache aber wirklich ausgeht, wird sich erst zeigen,
denn über Gaddafis Entmachtung freut sich auch der Iran. Der Westen hat ihm
nach Saddam Hussein nun den zweiten Gegenspieler beseitigt.
5.9.11 Nine Eleven:Verschwörungstheorie oder Wahrheit?
Zum zehnten Jahrestag von "Nine Eleven" kann sich der Interessierte
derzeit in TV-Dokumentationen (meist spät nachts) über die Zerstörung
des Worl Trade Centers in New York informieren. Ich habe in den letzten zehn
Jahren so ziemlich alles zum Thema angesehen oder gelesen und ich bin mir heute
vollkommen sicher, dass dieser Terroranschlag eine der größten und
folgenschwersten Lügen der Weltgeschichte ist. Wir erinnern uns: Die Nazis
zündeten den Reichstag an und schoben es den politischen Gegnern in die
Schuhe und die Folge war das Ermächtigungsgesetz, mit dem die Demokratie
vollends ausgehebelt wurde, der Anschlag auf die Twin-Towers folgt demselben
perfiden Prinzip, nur dass man dabei auch noch den Tod von dreitausend Menschen
und die Verseuchung New Yorks mit riesigen Mengen Asbeststaubs hinnahm. Die
Flugzeuge, die in die Türme gelenkt wurden, gehen vermutlich wirklich auf
das Konto von Al Kaida, die man aber gewähren ließ, wobei aber auch
die Rolle ihres Führers Bin Laden, der einmal selber CIA Mitarbeiter war,
sich bis heute völlig dubios darstellt. Zeugenaussagen von Beschäftigten
in den Gebäuden belegen übereinstimmend, dass es bereits Sekunden
vor den Einschlägen durch die Flugzeuge Explosionen in den Kellergeschossen
gegeben hat. Die Hitze, die dort auch Stahl schmelzen ließ, kann nur von
Explosionen verursacht worden sein. Die "Vorarbeiten" an den Gebäuden
mit tagelangen Ausschalten der Überwachungsanlagen, dem tagelangem geheimnisvollen
Kabelverlegen und dem abschließendem Abziehen von Sprengstoffhunden, belegen,
dass die Gebäude kunstgerecht gesprengt wurden, übrigens sieben an
der Zahl, wobei in einem auch die Unterlagen über gigantische Wallstreet-Betrügerein
gelagert worden waren. Die Gebäude waren offenbar bautechnisch veraltet
und schlecht vermietet und ein Abriß wäre nicht nur wegen der asbestummantelten
Eisenträger praktisch unmöglich und unbezahlbar gewesen. Es scheint
also, dass die unterschiedlichsten Verbrecher zusammengewirkt haben, um mehrere
Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Immobilienhaie entledigten sich der Gebäude
(der Immobilienmakler Larry Silverstone hatte die Gebäude sechs Wochen
vor dem Anschlag auf 99 Jahre gepachtet, die Versicherungssumme, die er bekam,
war höher als die Gesamtpacht für die 99 Jahre), die Börsenhaie
hatten sich der Beweise gegen sie entledigt und die US-Regierung konnte nun
die Bürgerrechte einschränken, alle Kritiker ihrer Politik zum Schweigen
bringen und schließlich im Sinne ihrer Öl, Militär- und Rüstungsmafia
die Welt mit Krieg, Folter und Terror überziehen. , deren Vorbereitung
zum Zeitpunkt der Abschläge schon abgeschlossen waren.Verantworten mußten
sich nur ein paar GIs, die sich vor Ort beim Foltern fotografieren ließen
und deren Bilder in die Medien gerieten... Die eigentlichen Verbrecher blieben
bis heute unbehelligt. Und für viele Amerikaner liegen die Zentren des
Bösen immer noch fernen Ländern und sie lassen sich die Köpfe
mit religiösem Klamauk umnebeln. Und schon schicken sich die nächsten
Volksverblöder zum Wahlkampf ums Weiße Haus an.
Leserbrief an PNP zu den Berichten über den Tod von Heinz Wölfl
Das bisher Bekanntgegebene nimmt langsam Formen eines Schmierentheaters an.
Wer Vorgänge erst an die Öffentlichkeit trägt, wenn sich der Beschuldigte nicht
mehr wehren kann, dem kann man vieles zutrauen, ich finde das einfach niederträchtig.
Auch das Herumgeeiere von Parteifreunden, man habe zwar Gerüchte über Wölfls
Probleme gehört, ihn aber nie darauf angesprochen, scheint mir in dieselbe Ecke
zu gehören. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr. Vielleicht
war alles so, wie es sich z. Z. darstellt, vielleicht war es aber auch ganz
anders. Heinz Wölfl wurde in den Tod getrieben, ob aus Scham oder Verzweiflung
über eigene Fehler oder auf Druck von außen - ich hoffe, dass die Wahrheit noch
ans Licht kommt. Es ist auf jeden Fall eine Tragödie für jeden, der Heinz gekannt
und geschätzt hat. Lieber Heinz, du hast dich durch dein Karrierestreben in
gefährliche Gesellschaft begeben, wir haben schon vor dreissig Jahren darüber
gesprochen. Doch du wolltest die Heimat voranbringen, die Synthese finden aus
Visionen und Pragmatismus - und vor allem ohne ideologische Scheuklappen! Es
ist überraschend lange gutgegangen.
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13.8.11 Schluss mit dem Links-Rechts-Gezänk!
Leserbrief an PNP zur Debatte über den Mauerbau
Obwohl zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des Sozialismus auch der Kapitalismus
wirtschaftlich am Ende ist- alleine die USA haben neben den 14 Billionen Staatsschulden
noch weitere 100 Billionen private Schulden - gewinnt man den Eindruck, als
wolle man davon mit den bekannten Argumenten des Kalten Krieges ablenken. Die
Instrumentalisierung des Unrechts des Mauerbaus gegen die heutigen Linken ist
lächerlich, so lächerlich wie Rechtfertigungsversuche einiger von ihnen, denn
1961 hatten weder in der Bundesrepublik noch in der DDR die Deutschen die Macht
solche Entscheidungen zu treffen. Deutschland war die Nahtstelle für den globalen
Konflikt der Supermächte und der heute bekannte Kommentar Kennedys zur Mauer:
"Verdammt, besser als ein Krieg", sollte die letzten kalten Krieger kleinlaut
machen. Auch die Entscheidung, dass die DDR sozialistisch sein sollte, traf
nicht die Bevölkerung sondern Moskau. Dass von dort aber auch Jahre vor dem
Mauerbau die Wiedervereinigung Deutschlands angeboten worden war, wenn wir neutral
würden wie die Österreicher oder Finnen, passt bis heute so gar nicht in die
westliche Propaganda, ebensowenig wie die Tatsache, dass die Westmächte sich
bis zuletzt gegen die Wiedervereinigung sträubten. Es wäre an der Zeit uns endlich
vom Links-Rechts-Gezänk zu befreien. Wenn der Kapitalismus in der Lage sein
sollte die Ökologie unseres Planeten zu sichern und den Menschen ein menschenwürdiges
Leben, dann ist er die erste Wahl, so einfach ist das. Wenn es aber stimmt,
dass seine Gier und Anarchie uns in den Abgrund führen, dann werden wir einen
dritten Weg suchen müssen, hoffentlich auch jenseits von sozialistischer Gleichmacherei.
4.8.11 Himmlische Füllhörner?
Leserbrief BBR zu aktuellen Meldungen
Die Staatsschulden seien die größte Sorgen der Deutschen, lese ich im Wirtschaftsteil.
Ein paar Seiten weiter steht, dass der Regener Stadtrat über 380 000 Euro für
eine Beschallungsanlage am Stadtplatz ausgibt. Warum? Weil es dafür Fördergelder
gibt. Sonst würde es sicher eine mobile Verstärkeranlage für ein paar tausend
Euro auch tun. Wieder ein paar Seiten weiter werden Kommunen ermuntert selber
Fernsstraßen zu bauen, es gäbe da einen Fördertopf mit sehr hohen Zuschüssen
von 80 Prozent, - gleichzeitig fehlt es überall an Geld das vorhandene Straßennetz
zu erhalten. Im Zwieseler Teil ist zu lesen, dass für das Zuschütten des Freibades
80 000 Euro ausgegeben wurden und in Frauenau darf die Sparkasse ihr ansehnliches
Gebäude am Rathausplatz abreißen und neu bauen, ob das im Sinne der Sparer ist?
Wieviele öffentliche Gebäude wurden bei uns schon vernachlässigt, dann kaputtgeredet
und durch Neubauten ersetzt? Wirtschaftsförderung als Argument lasse ich nicht
gelten, denn Altbausanierung schafft mehr Arbeitsplätze. Gewiss- das sind alles
Peanuts, im Vergleich dazu, was die große Politik an Volksvermögen verbrät.
Und doch sollten auch Lokalpolitiker sich von der Illusion verabschieden, dass
staatliche Fördertöpfe himmlische Füllhörner wären.
25.7.11 Alles ferngelenkte Morden ächten!
Leserbrief an PNP zum Bericht von heute "Massaker schockiert die Welt"
Der norwegische Massenmörder, der von sich sagt, dass er als "Krieger, für
den Erhalt des europäischen Christentums kämpft", ist wie alle religiösen Fanatiker
und Rassisten, vor allem ein großer Feigling. Von Bologna bis Oslo- wenn religiöse
und rechte Fanatiker morden, dann immer mit ferngezündeten Bomben wahllos gegen
Unschuldige. Gleichzeitig lese ich, dass der Wahnsinnige den Spartanerkönig
Leonidas bewundert, der mit dreihundert Mann der Riesenarmee des Xerxes entgegentrat.
Ist ihm entgangen, dass jene Spartaner nur mit Lanze und Schwert kämpften und
schon Bogenschützen als feige verachteten? Und was gibt es feigeres als einen
Sprengstoffanschlag oder das Erschießen von unbewaffneten Kindern und Jugendlichen?
Um Nachahmertäter abzuhalten muß alles ferngelenkte Morden in allen seinen Formen
weltweit geächtet werden und Religionen dürfen sich nie mehr für staatliche
"Kreuzzüge gegen das Böse" und durch durchgeknallte "Tempelritter" mißbrauchen
lassen. Der erste Schritt muß aber sein, diesen unreifen Knallköpfen jeglichen
Heldenstatus zu nehmen und sie als das zu bezeichnen, was sie vor allem sind:
Elende Feiglinge und eine Schande für die Menschheit!
24.7.11 Mehr Augenmaß!
Leserbrief an BBZ zum Bericht vom 21.7.11 "Halten will gelernt sein"
Reicht es nicht, dass mit den vielen Supermärkten am Ortsrand dem Leben und
Gewerbe in der Innenstadt schwerer Schaden zugefügt wurde? Muß durch eine kleinliche
Auslegung der Verkehrsordnung auch noch den letzten kleinen Geschäften und Handwerkern
in der Stadt der Garaus gemacht werden? Es widerspricht dem gesunden Rücksichtsempfinden,
durch Halten auf der Straße Verkehrsstaus auszulösen und aus dem Kaufen von
Semmeln eine Mutprobe zu machen. Wenn jemand den Gehsteig unpassierbar macht,
dann gehört er gemahnt, nicht aber, wenn er durch die Beengtheit der Straße
mit den Rädern eine markierte Linie überschreitet. Ob eine Ordnung gut ist,
entscheidet ihre Auslegung. Die Parkwächter können von der Stadt angewiesen
werden, hier die nötige Großzügigkeit walten zu lassen, auch auf dem Stadtplatz!
14.7.11 Beim Ausbau regenerativer Energien nicht den Verstand ausschalten!
Leserbrief zum Bericht in der PNP "CSU denkt über neues Wasserkraftwerk
an der Donau nach"
Hände weg von der Donau! Das letzte Stück freifließende Donau zwischen Straubing
und Vilshofen ist streckenweise geradezu eine "Aussenstelle vom Paradies"! Dass
der CSU-Mann Peter Erl das nicht erkennt, wird ihn bei den Herren Hinzken und
Huber zwar für höhere Weihen empfehlen, als Vertreter seiner Heimat hat er sich
aber disqualifiziert. Es hat zunehmend den Anschein, als würde der anerkennswerte
Atomausstieg der Regierung einige ihrer Wirtschaftslobbyisten nun ermuntern,
umso heftiger ihre alten Schnapsideen zu propagieren. Doch auch beim Ausbau
regenerativer Energien sollte der Verstand nicht ausgeschaltet werden. An Windräder
werden wir uns wohl gewöhnen müssen, ich hoffe, konzentriert auf einzelne "Energieberge"
und nicht quer über das Land gestreut, betrieben nicht von Stromkonzernen, sondern
von den Bürgern/ und den Gemeinden.
Neben der weiteren Zerstörung der Donau sollte auch die Überbauung fruchtbarer
Flächen ein Tabu sein, denn das "Abgrasen fremder Weiden" wird sich alleine
durch die Erdölverknappung einmal aufhören und wir müssen unser Brot wieder
regionaler erzeugen. Für die Photovoltaik bleiben trotzdem genug Flächen an
Verkehrswegen, Dächern und Fassaden, in Gewerbegebieten usw. Ich glaube auch,
dass mit besserer Speichertechnik dezentrale Inselanlagen für die ergänzende
Stromversorgung normaler Haushalte an Bedeutung gewinnen werden und die heute
als unabdingbar geforderten neuen Hochspannungstrassen so nie gebraucht werden.
Auch die Kraftwärmekopplung muß endlich ausgebaut werden, seit dreißig Jahren
ist die Technik ausgereift. Und doch wird an Energieeinsparung kein Weg vorbeiführen.
Wieviel Energie wird heute für die Herstellung von Produkten verwendet, die
nicht nur niemand braucht, sondern die uns allen schaden, damit meine ich nicht
nur Panzer für arabische Feudalherren. Auch das heutige Ausmaß des Flugverkehrs
ist der reine Irrsinn und nicht weniger das Rasen auf unseren Autobahnen. Und
es muß endlich aufhören, dass durch neue Techniken immer alles Alte und Bewährte
ersetzt werden muß, meist sogar durch die Peitsche neuer Gesetze und Vorschriften.
Wer dies als Umweltschutz verkauft, hält die Menschen für blöd. Wir werden lernen
müssen zu improvisieren, zu reparieren und ständiges Neukaufen nicht durch immer
neue Modetrends zu rechtfertigen. Wir müssen lernen, dass "Gebrauchsspuren"
an Dingen auch Ausdruck von Charakter und Schönheit sein können und Kaufen kein
Wert an sich ist, im Gegenteil, kaufen kann jeder Simpel. Aber auch was an Räumen
bei uns geheizt wird, die im Winter gar nicht alle benötigt werden! Wer alles
heizt, muß dann wieder künstlich kühlen, etwa zur Lebensmittellagerung, was
für eine Verrücktheit! Wir müssen nicht dem ganzen Haus einen "Pullover" anziehen,
wenn wir uns nur in Küche, Bad und Wohnzimmer aufhalten. Wir werden wohl endlich
aussortieren müssen, was an unseren Verbrauchsgewohnheiten sinnvoll ist, und
was nicht.
Vor einigen Wochen beklagte Bundespräsident Wulff, dass immer mehr Entscheidungen
außerhalb des Bundestages getroffen werden, das Parlament die Vorlagen
nur noch abnicken dürfe, was die Glaubwürdigkeit der parlamentarischen
Demokratie gefährde. Respekt, dachte ich, das hätte ich ihm gar nicht
zugetraut, das war ja eine elementare Kritik an der Regierung Merkel. Doch nun,
beim Panzergeschäft mit Saudi-Arabien, verteidigt das selbe Staatsoberhaupt
genau diese Praxis, eine Praxis, in der sogar nicht einmal das Parlalemt informiert
wurde, deutsche Grundsätze über den Haufen geworfen werden und dem
Ansehen des Landes in der Welt schwerer Schaden zugefügt wird.
8.7.11 Zum Schämen
Leserbrief an PNP zum heutigen Artikel "Nackt in Gefängniszelle:
10 000 Euro Entschädigung"
Da weigert sich ein Häftling in eine Gemeinschaftszelle zu ziehen, weil
dort die Toilette im Raum nicht einmal einen Sichtschutz hat und wird zur Strafe
nackt ausgezogen und sieben Tage in eine Einzelzelle gesperrt. Diese unglaubliche
Vorgang geschah nicht in Guantanamo oder einem mittelalterlichen Foltergefängnis,
sondern hier in unserem Land. Und wie man nun hört, sollen solche Haftbedingungen
kein Einzelfall sein. Ebensogroß der Skandal, dass die Klage des Häftlings
von unserem Verfassungsgericht nicht angenommen wurde. Erst der europäische
Menschengerichtshof hat Recht gesprochen und den Vorgang als Folter eingestuftt.
Nachrichten wie diese oder der Panzerdeal mit Saudiarabien zeigen, wie wenig
Verfassungsgrundsätze mittlerweile bei uns gelten.
7.7.11 Fremde Anordnungen
Leserbrief an PNP zum heutigen Artikel "Regierung schweigt zu Rüstungsgeschäft"
Da wird einem klar, warum die Kanzlerin unlängst in Washington so geehrt worden
ist. Man kann sich dort offenbar darauf verlassen, dass auch diese Regierung
im gewünschten Sinn funktioniert und dabei weiter brav zu Hause alles aushebelt,
was da stört: die Defensivbindung der Bundeswehr, das Verbot Waffen in Spannungsgebiete
zu exportieren usw. Sind es einmal U-Boote, die einem kriegerischen Staat wie
Israel fast geschenkt werden, so sind es jetzt Panzer an die saudiarabischen
Feudalherrn. Wodurch diese sich von einem Gaddafi unterscheiden, ist mir nicht
klar. Gegen den einen wird Krieg geführt, die anderen werden aufgerüstet. Erst
letztes Jahr wurde von den Amis mit Riad der größte Waffendeal aller Zeiten
getätigt. Auch diese Kanzlerin befolgt (wie ihre Vorgänger) fremde Anordnungen
und wir sollen trotzdem weiter glauben, dass wir mit unseren Stimmkreuzchen
der "Souverän" im Lande sind.
23.6.11 Nicht die Völker, die Täter sind schuldig! (wurde
nicht abgedruckt)
Leserbrief an PNP zum Artikel vom 14.6.11 "Prag reagiert wütend auf Sudetendeutsche"
Jeder dritte Einwohner Böhmens war einmal ein Deutschböhme. Seit Jahrhunderten
war das Land ihre Heimat. Es waren Nazis - deutsche und tschechische - die zum
Ende der K und K-Monarchie gegeneinander Hass gesät haben. Gewiss ist bis 1945
das Gewicht der Verbrechen deutscher Nazis an Tschechen größer als umgekehrt.
Doch es wurden nach dem Krieg nicht nach persönlicher Schuld oder Nazimitgliedschaft
gefragt- nein, es wurden ein Drittel der Bevölkerung, nur weil sie deutsch waren,
aus ihrer Heimat vertrieben und ihre gesamte Habe beschlagnahmt. Und doch waren
es nicht "die Tschechen", die ein so unglaubliches Verbrechen gegen das Völkerrecht
begangen haben, so wenig man "den Deutschen" kollektiv die früheren Verbrechen
anlasten kann. Es waren die nationalistischen Fanatiker auf beiden Seiten, die
die Volksgruppen gegeneinander gehetzt haben. Damit die heutige Generation in
einem freien Europa zusammenwachsen kann, muß man seine Geschichte kennen um
aus ihr lernen zu können. Dass etwa die Benes-Dekrete noch immer gelten, ist
schwer zu verstehen und die jetzigen Reaktionen Prager Politiker erinnern an
überwunden geglaubte dunkle Zeiten. Mit der Deutsch-Tschechischen Erklärung
vom Januar 1997 war man da schon einmal viel weiter.
...ein nur auf den ersten Blick lokales Thema...
16.6.11 Berufsschüler wollen nicht nur essen und schlafen
Leserbrief an BBV zum heutigen Bericht "Internat der Berufschule ist marode"
Wo ist der Architekt, der ein altes Gebäude nicht für marode erklärt, wenn
er mit einem Neubau zum Zug zu kommen hofft? Im Fall des Viechtacher Internates
wird es wohl nicht anders sein. Landauf, landab werden stabile ältere Häuser
mit den immer gleichen Argumenten für marode erklärt: Probleme mit aufsteigender
Bodenfeuchtigeit oder Probleme mit "energetischer Sanierung". Beides ist bei
Fachleuten umstritten, Mauerfeuchtigkeit hat meist andere Ursachen und das heute
als Umweltschutz verkaufte Credo alle Aussenmauern mit Polystrol abzudichten
führt zu einem Rattenschwanz an Folgeschäden und sperrt Wärme auch aus, so dass
oft schon im Sommer geheizt werden muß. Aber als Laie will ich mich hier nicht
zu weit vorwagen, sehr wohl aber, wenn es um die pädagogische Konzeption von
Berufschulinternaten geht, denn das war mein Beruf. Und bei der Berichterstattung
über den Neubau las ich keine Silbe über räumliche Verbesserungen, um pädagogische
Freizeitarbeit mit Jugendlichen überhaupt möglich zu machen. Falls das pädagogische
Personal bei den Planungen mit einbezogen wurde und räumliche Verbesserungen
geplant sind, dann bitte ich diesen Brief als obsolet zu betrachten. Ist es
aber anders, was ich stark vermute, dann sollte die Planung dringend überdacht
werden. Die Kostenträger versuchen sich seit Beginn der Sprengelbildung im Berufsschulbereich
durch mangelnde Raumausstattung von einer verantwortungsvollen pädagogischen
Betreuung zu drücken, da diese mit Kosten verbunden ist. Doch wenn man minderjährige
Jugendliche zwingt heimatfern eine Schule zu besuchen, dann stehen die Entscheidungsträger
in der Pflicht, und die geht über Essen und ein Bett weit hinaus. Doch Berufsschülern
meinte man das viele Jahre zumuten zu können: Man stelle sich die Empörung von
Eltern im gymnasialen Bereich vor, würde man von ihren Kindern ähnliches verlangen.
Leserbrief an PNP zum heutigen Bericht "Atomkonzerne wollen sich teuer bezahlen
lassen"
Geht es noch dreister? Da verdienten sich Atomkonzerne jahrzehntelang mit einer
Technik dumm und dämlich, die voll mit Steuergeldern entwickelt und mit der
Macht des Staates durchgepeitscht wurde-, bedrohen noch auf lange Zeit das Land
mit Todeszonen a la Tschernobyl oder Fukushima-, dürfen ihre Anlagen ohne Versicherungsschutz
betreiben, weil keine Assekuranz ganze Landstriche versichern kann-, überlassen
die Entsorgung der Reaktoren und Brennstäbe wie selbstverständlich der Allgemeinheit
und wollen nun von ihr auch noch ausbleibende Milliardengewinne vergütet bekommen...
30.5.11 Die grüne Enttäuschung
Grün war einmal die Hoffnung. Heute sind die Grünen bestenfalls noch
das kleinere Übel. Es ist gekommen, wie es wohl bei jeder Partei kommen
muß, die erfolgreich ist. An den Schaltpositionen versammeln sich immer
und überall dieselbe Sorte Menschen, mit Qualitäten, die zu beschreiben,
eine eigenes Projekt wäre... Als einer, der sich seit Beginn der Ökologie-,
Anti-Atomkraft- und vor allem der Friedensbewegung zugehörig fühlt
und diese Ziele auch über Jahrzehnte mit Liedern und Kommentaren unterstützte,
war jeder von Grünen abgesegnete Kriegseinsatz wie ein Keulenschlag. Dieser
Kommentar ist also überfällig. wird aber konkret durch die Bundestagsdebatte
ausgelöst, in der Verteidungsminster de Maizière sein neues Konzept für
die zukünftige Bundeswehr vorstellte, wo es um zukünftige vermehrte
Auslandseinsätze ging und der Obergrüne Trittin dem Ganzen mit der
Begründung zustimmte, es dürfte nirgendwo auf der Welt "rechtsfreie
Räume" geben... Da wird die Verteidigungsarmee Bundeswehr in eine
Truppe umgewidmet, die überall dort mitmischen soll, wo es nötig ist
und damit unsere Verfassung vollends ausgehebelt - und die Grünen machen
dabei mit! Dass Union und FDP und auch die rückgratlose SPD bei diesem
Spiel mitmachen, ist man gewohnt, dass aber die Grünen auch dabei sind,
ist nicht nur eine Enttäuschung, es kommt einem Verrat an der grünen
Idee gleich. Welt-verkehrt im Fall des Libyen-Krieges, da verweigerten sich
ausgerechnet Merkel und Westerwelle und werden von den anderen deswegen beschimpft.
Die Grünen scheinen von Leuten übernommen worden zu sein, die entweder
bereit sind sich für Beteiligung an der Macht zu prostituieren oder sich
immer wieder als reine Einfalt präsentieren. Die SPD wurde von Vertretern
der Industrie, wie Schröder und Clemens kaputtgemacht, die Grünen
wurden es von Joschka Fischer und werden es von ihrem heutigen Führungspersonal.
Man weiß, dass es verbreitete Praxis ist, dass in Parteien V-Leute eingeschleust
werden, bzw. erfolgreiche Führungsfiguren gekauft werden. Sollte dies auch
bei den Grünen so sein? Wenn man den Wert eines Baumes an seinen Früchten
erkennen kann, dann ist der grüne Baum schon seit 1999 nicht mehr das,
was er vorgibt zu sein, er ist eine freche Mogelpackung, die aber immer erfolgreicher